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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

somit aus sehr vielen Gründen nicht entbehrlich gemacht durch Messen, nicht durchdie Läden großer Städte; und ebenso wenig kann dem Producenten das alleinige Ur-theil der Käufer und Konsumenten einen genügenden Ersah bieten, für die öffentlicheAuszeichnung auf der Ausstellung.

Die Nachtheile der Industrieausstellungen.

Ungeachtet nun aber die Industrieausstellungen im innigen Zusammenhange mitder Entwickelung und den Bedürfnissen des modernen Güterlebens stehen, ist dochnatürlich der Vortheil, den sie gewähren, kein unbedingter, noch viel weniger einunbestrittener. Man hat insbesondere als Nachtheile der Ausstellungen hervorgehoben,daß sie die nationale Eitelkeit fördern; daß sie den concurrirenden Fachmännern ohneweiteres Muster, Verfahrungsart und Erfindungen aller Art preisgeben, die von Ein-zelnen mit schweren Opfern als Eigenthum erworben worden oder gar die Frucht seinerpersönlichen Anstrengungen und seines Genie find; daß sie zum Ruin des einzelnenKaufmanns die neuen und besten Bezugs- und Absatzwege allgemein bekannt machen;daß sie geschickte und erprobte Arbeiter zum Nachtheile des Producenten wie ganzerGegenden und Länder deplaciren, überhaupt die Industrie verschleppen könnsn u. s. w.Alle diese Bedenken kann man aber geradezu als engherzige, mithin unzulässige be-zeichnen. Eine Waare ist nicht gemacht, um verborgen zu bleiben, sie muß indie Welt, um sich zu zeigen; und man weiß es recht wol, daß, wenn demGewerbs-mann oder dem Kaufmann ernstlich darum zu thun ist, irgendein neues Muster zuerlangen, es gewöhnlich nur geringer Umwege bedarf, um dasselbe zu erhalten. GleichenWerth hat auch die Befürchtung, daß es dem Kaufmanne, dem Waarenverlegernicht recht sein könne, wenn die Ausstellung seine Bezugsquellen bekannt macht.Es mag in dem Verhältnisse zwischen Producenten und Verleger nicht immer geeigneterscheinen, daß Ersterer die Ablieferungspreise veröffentlicht, aber eine absolute Zurück-haltung in diesem Punkte kann weder beansprucht werden, noch ist sie möglich.Die Ausstellungscommissionen fassen diesen Punkt auch in der rechten Weise auf,indem Niemand gezwungen wird, seine Preise veröffentlichen zu lassen; doch bleibt derenAngabe in den Anmeldebogen immerhin unerläßlich, weil sie bei Beurtheilung desausgestellten Gegenstandes vorzugsweise in Betracht kommen. Was aber das Be-kanntwerden der Bezugsquellen betrifft, so kennt der rührige Kaufmann dieselbenauch ohne die Ausstellungen. Daß neue Verfahrungsarten durch Ausstellungenverschleppt werden können, wer wollte die Möglichkeit leugnen, da noch dazu dasPrivilegiengesctz in vielen Fällen nicht genügend und nur immer innerhalb eines be-stimmten Rayon schützt! Daß aber dieser Nachtheil, der bei den frühern Ausstellungeneinzelner Länder mitunter ein fühlbarer war, sich, seitdem Weltausstellungen beste-hen, wo alle Völker mit ihren Producten auftreten können, sich ausgleicht, liegt aufder Hand. Zuweilen haben auch Erfinder von Gewerbsvorrichtungen nur der Be-urtheilungscommission die ganze Vorrichtung gezeigt, während sie nur Theile derselbenaüsstellten; noch Andere hielten sich, um ihr Geheimniß zu bewahren, von der Aus-stellung entfernt. Das Verbot des Abzeichnens von Ausstellungsgegenständen, wodurchman solchen möglichen Übelständen hat vorbeugen wollen, ist als unwirksam erwiesen.Außerdem haben wir ja die Zeit bereits hinter uns gelassen, wo einzelne gute Ge-danken als verkäufliche Geheimnisse betrachtet werden konnten und die Industrie aufdem Besitze von Recepten zu bestimmten Darstellungsmethoden ruhte. Bei der jetzigenallgemeinen technischen Bildung durch Schulen, bei dem großen Fortschritte der Chemieund Mechanik, bei der innigen Verbindung der theoretischen Technologie mit derPraxis ist es nicht natürlich und durchaus nicht mehr zu verhindern, daß qin neuerGedanke, eine neue Thatsache in kurzer Zeit Gemeingut Aller werde.

Ein anderer Tadel trifft die Industrieausstellungen, daß sie gewöhnlich und seitder Zeit der Weltausstellungen nur in den Hauptstädten der Welt gehalten werden,und darum zwar von den Localgewerben und den Gewerben der nächsten LandestheileDie Gegenwart. Xll. 34