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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

aus die Dauer die Opfer zu bedeutend, Schaustücke anzufertigen; der größere Indu-strielle werde finden, daß in Kunststücken der kleine oft mehr leisten könne als er;der kleine Producent werde entdecken, daß das Publicum sehr geringen Werth darauflegte, ob ein Producent eine Preismedaille erworben habe oder nicht; der große In-dustrielle werde fortan die Gefahr vermeiden wollen, neben Concurrenten keine An-erkennung zu finden, welche im Geschäftsleben an Fähigkeit vielleicht weit unter ihmstehen. Man behauptet auch, die erzielten Vortheile ständen in keinem Verhältnissezu den Kosten und Nachtheilen, welche sowol den einzelnen Ausstellern als den Staats-regierungen erwachsen. Es ist leicht zu bemerken, daß ein Theil dieser Behauptungensich von der Zeit der Münchener Ausstellung her datirt — einer Ausstellung, die sosorglich und mühsam vorbereitet, so reich und kostbar ausgestattet, so hoffnungsvollund erfreulich eröffnet war, aber durch den Ausbruch der schrecklichen Seuche gestörtwurde, sodaß die Erwartungen nicht in Erfüllung gehen, die großen Opfer nicht durchentsprechende Erfolge vergolten werden konnten. Wenn auch nicht geleugnet werdenkann, daß die Staatsregicrungen für die Ausstellungen in München und Paris aufder einen Seite enorme Opfer gebracht haben, so sind doch aus der andern Seite dieStaatskasse durch den Personenverkehr und andere Umstände, die Ausstellungsorte unddas ganze Land durch den Aufenthalt von Tausenden und aber Tausenden von Frem-den reichlich dafür entschädigt worden, der noch höher anzuschlagenden Anknüpfungneuer Geschäftsverbindungen sowie der moralischen Erfolge gar nicht zu gedenken.Glaubt man aber, es könne eine Zeit kommen, in welcher sich die Industriellen über-haupt nicht mehr an den Ausstellungen würden betheiligen wollen, so dürfte mansich sicherlich in entschiedenem Irrthume befinden. Man vergleiche die Zahl der Aus-steller von der ersten französischen Ausstellung an bis auf die letzte des Jahres1855, die Zahl der Aussteller in Berlin 1844, in Wien 1845 und in München1854, und man wird eine staunenswerthe Progression wahrnehmen. Diese Zahlensind nicht blos bezeichnend für das Wachsthum der Industrie, sondern auch für diein noch größerm Verhältniß gestiegene Theilnahme der Industriellen an den Ausstel-lungen. Die Erfahrung nämlich hat dem Einzelnen sein Interesse an solchen Ver-anstaltungen klar gemacht. Gemeinsinn, selbst Eitelkeit würde kein hinreichenderSporn sein, die ungeheuern Galerien unserer modernen Ausstellungspaläste mit denkostbarsten Producten zu füllen, einzelne Aussteller zu veranlassen, 100000 Guldenund oft noch weit größere Summen monatelang dem Geschäft zu entziehen undzinslos liegen zu lassen. Nein, der Industrielle kann es nicht unterlassen- sich beiden Ausstellungen zu betheiligen, er darf es nicht mehr. Die Ausstellungen sindnur für den oberflächlichen Beobachter eine zufällige Schöpfung der Zeitrichtung; jasie wurzeln sogar in einem tiefern Grunde als in dem des rein industriellen Bedürf-nisses: sie sind vielmehr die Äußerung jenes mächtigen Geistes, der ohne Zweifel dergewaltigste Hebel menschlichen Fortschritts ist — des Affociationsgeistes. Stets wirdder Industrielle, der diesem Geiste den Rücken kehrt, sich früher oder später beein-trächtigt oder ganz aus dem Felde geschlagen sehen. Die steigende Theilnahme der In-dustrie an den Ausstellungen ist das Urtheil über ihre volkswirthschaftliche Bedeutung.

Die pariser Ausstellung wird somit nicht die letzte gewesen sein, und in der Thatspricht man bereits von Wien als dem Boden der nächsten Äusstellung aller Nationen.

Nächst den großen Wirkungen, welche die Ausstellungen auf den Gewerb- undKunstfleiß, auf die Landwirthschaft und jeden Zweig volkswirthschaftlicher Produk-tion, auf Handels- und Verkehrsverhältniffe, auf die Bedürfnisse der Völker aus-üben, tragen dieselben auch wesentlich dazu bei, eine Annäherung unter den gebilde-ten Völkern der Erde, einen lebhafter» Gedankenverkehr unter den Genossen ver-wandter Berufszwcige und ein Zusammenwirken für solche Zwecke, welche nur durchvereinte Kräfte erreicht werden können, herbeizuführen. „Die Weltausstellungen pre-digen eine edle Abhängigkeit der Völker voneinander. Die Überzeugung von solch gegen-seitiger Abhängigkeit macht aber die Völker zum Frieden untereinander geneigt undbringt uns der Verwirklichung jenes hohen, bisher nur im Geiste der Edelsten leben-