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Zwöflter Band.
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Das Gold.

des Reichthums überhaupt galt. Von Abraham heißt es, er sei „sehr reich gewesenan Vieh, Silber und Gold". Was die Verwendung des Goldes zu Schmucksachenbetrifft, so erwähnen wir beiläufig, daß, als Abraham für seinen Sohn Jsaak um! Rebekka werben läßt, er ihr Armbänder und eine Spange von Gold schickt, deren

! Gewicht bei der Gelegenheit genau angegeben wird.

. Wenn hiernach Gold schon im hohen Alterthum neben dem Silber Reichthum

i repräsentirt, so scheint damals doch nur das letztere Metall als übliches Zahlungs-

Mittel und Werthmaßstab gedient zu haben. Der erste förmliche Kauf mit Metall-geld, der uns berichtet wird, Abraham's Erwerbung von Ephron's Acker zu seinemErbbegräbnis geschah mittels Zuwägung von „400 Seckel Silber, das im Kauf

^ gang und gäbe war". Aus dieser Stelle sowie aus den Berichten über den Land-

ankauf von den Kindern Hcmor's durch Jakob um 100 „Qestta" (Groschen, wieLuther übersetzt), über den Verkauf Joseph's an midianitische Kaufleute um 20 Sil-berlinge und aus andern Erwähnungen läßt sich entnehmen, daß in jenen alten Zei-ten Silbergeld, wenn auch noch nicht gemünzt, sondern in abgewogenen Stücken von> bestimmter Feinheit, schon längst im Gebrauch gewesen sein wird.*)

Daß das Gold schon in sehr früher Zeit nicht allein in gediegenem Zustandegesammelt, sondern auch aus Erzen durch einen Schmelzproceß gewonnen wurde,darüber dürfte das hoch ins Alterthum hinaufreichende Buch Hiob einen unverkenn-baren Hinweis geben. Es wird daselbst zwischen der Art der Silberminen und derGoldbergwerke sachgemäß unterschieden, indem es heißt: „Es hat das Silber seineGänge und das Gold seinen Ort, da man es schmelzet."

In größerm Maßstabe und systematisch scheint die Goldgewinnung am frühe-sten von den Ägyptern betrieben worden zu sein, und zwar vornehmlich in den süd-lichen Distrikten in der Nähe des Rothen Meers. Sklaven, Verbrecher und auchsonstige Verbannte wurden dort in großer Anzahl zu den aufreibenden Bergwerks-^ arbeiten verwendet, wie uns spätere Geschichtschreiber, aber offenbar aus ältern

j Quellen, ausführlich schildern. Die dortige Goldproduction muß nicht unbeträchtlich

gewesen sein, denn zum Schmuck der Tempel und königlichen Paläste wurden be-deutende Quantitäten dieses kostbaren Stoffs verbraucht. Äber auch im Privatge-, brauch scheint Gold dort nicht selten gewesen zu sein, denn nur so erklärt sich die

i Erzählung, wie die Israelitin bei ihrem Auszuge aus Ägypten von den Eingebore-

nen goldene und silberne Gefäße entnehmen konnten. Wenn die Israelitin damals! so reichlich Gold besaßen, daß allein aus den abgerissenen Ohrringen ein goldenes

Kalb angefertigt werden konnte, und daß die Beisteuern zur Errichtung der Stists-hütte 29 Centner und 730 Seckel Gold (ein Gesammtwerth von ungefähr 1,200000Thaler) betrugen, so muß man auch daraus schließen, daß sie in Ägypten im Allge-meinen eilten ansehnlichen Goldvorrath erworben hatten. Außer der einheimischenProduction wird auch durch Eintausch von Goldstaub im Verkehr mit den Neger-völkern schon damals die Goldmenge in Ägypten einen beständigen Zuwachs er-fahren haben.

Ob Gold zur Pharaonenzeit als Zahlungsmittel und Werthmesser gedient habe,

^ *) Während bei den Griechen und Römern die Sprache in der Bezeichnung von kaufen,

! verkaufen und Geld («pvvp.«:, bveosr»:, irwXLw, peounia sto.) deutlich erkennen läßt, daß beidiesen Völkern das gewöhnliche Lauschmittel und der Werthmaßstab ursprünglich in Vieh be-standen hat, findet sich im Hebräischen und andern orientalischen Sprachen hiervon keine Spur.Edles Metall scheint im Orient von uralten Zeiten her allgemeines Lauschmittel und Werth-maß gewesen zu sein. Daß der zwei mal im Alten Testamente vorkommende Ausdruck „Qesita"(„Genesis", 33, 19, und „Hiob", 42, 11) in der Septuaginta und Bulgata .furch „Lamm"> übersetzt wird, kann diese Ansicht nicht beseitigen, da die Etymologie diese Übersetzung nichtbestätigt und sich sonst keine Andeutungen in diesem Sinne finden. Der Bursche, der Sautbegleitet, als dieser seines Vaters Eselinnen aufsucht, hat einen Viertelseckel (nach unsermGelde soviel wie etwa 5 Ngr.) in der Lasche („Samuel", 9, 8), und dieser Umstand, der gars nicht als etwas Besonderes erzählt wird, zeigt, daß Silbergeld damals schon in sehr allge-^ meinem Gebrauche gewesen sein muß. --