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Das Gold.
auch vergraben haben, um sie nicht in die Hände des Feindes gerathen zu lassen.Beim Golde laßt sich dies selbstverständlich, wenn es sich um große Beträge han-delt, am leichtesten bewerkstelligen.
In Indien war, obgleich im Lande selbst eine erhebliche Goldproduction niestattgefunden zu haben scheint, schon in den ältesten Zeiten reichlich Gold vorhanden,welches dahin im Austausch gegen indische Erzeugnisse im Wege des Handels ausdem mittlern und nördlichen Asien und den goldreichen Inseln des Indischen Meeresgebracht wurde. Gold scheint dort nach Verhältniß reichlicher gewesen zu sein alsSilber und das hauptsächliche Tauschmittel abgegeben zu haben. Wenn, wie späternoch erwähnt werde» wird, der Tribut der den Persern unterworfenen Jndier inGold bestimmt war, während er für alle übrigen Provinzen, selbst für das gold-reiche Lydien in Talenten Silber berechnet ward, so kann dies seinen Grund darinhaben, daß in Indien damals Gold den üblichen Werthmaßstab abgab. Schon inden ältesten uns erhaltenen indischen Poesien werden Goldstücke als Geld und un-verarbeitetes Gold einander entgegengesetzt. Es muß freilich dahingestellt bleiben,ob diese alten indischen Goldstücke bereits förmlich geprägte Münzen waren, oder nurStücke Gold von einem bestimmten Gewicht. Es wird nach Alexanders des GroßenZeit ausdrücklich erwähnt, daß griechische Silbermünzen nach Indien zum Theil nurzu dem Zwecke ausgeführt seien, um damit dortige Goldmünzen, Kaltris genannt,auszukaufen; eine erhebliche Verschiedenheit der Wcrthrelation der Edelmetalle in In-dien von derjenigen in den westlich gelegenen Ländern wird dies Geschäft sehr ge-winnbringend gemacht haben. Vielleicht bestanden die Aussendungen der Israelitinund Tyrier nach Ophir in spanischem Silber, und es erklärt sich daraus der bereitsoben erwähnte bedeutende Werth der Retouren. Über den Goldreichthum Indiensberichtete Ktesias (etwa 400 v. Chr.), es gebe dort eine Quelle, welche sichjedes Jahr mit flüssigem Golde fülle. Dieses Gold werde in hundert thöner-neu Krügen geschöpft, welche hernach, wenn man das Gold gebrauchen wolle, zer-schlagen würden. Die Quelle sei viereckig, eine Klafter tief und halte 11 Ellen imUmfange; jeder Krug fasse ein Talent. Es kann diese Nachricht wol kaum andersgedeutet werden, als daß goldhaltige Erze geschmolzen und das gewonnene Gold inthönerne Krüge geschöpft wurde. Es wird hier unverkennbar ein Hüttenwerk mitSchmelzofen geschildert.
2) Griechen.
Wenden wir jetzt unsern Blick nach Griechenland und den umliegenden Ländern.
Die in die ältesten Zeiten der Hellenen hinaufreichende^Sage vom Goldenen Vließund Argonautenzuge nach Kolchis kann ungezwungen wol nur auf die Bekannt-schaft mit den Goldwäschereien am Flusse Phasis und die unwiderstehliche Lust, auchetwas von diesem kostbaren Metall zu besitzen, bezogen werden.
In den Homerischen Gedichten finden wir vielfache Belege über die damaligehohe Schätzung des Goldes. Gold erscheint durchweg als das Kostbarste, das mansich denken kann. Von dem Schilde der Athene wird gerühmt, daß 100 ganzgoldene Troddeln daran gehangen, jede einzelne zum Werthe von 100 Ochsen.Die goldene Rüstung des Glaukos wird ebenfalls auf 100 Ochsen geschätzt, wäh-rend die eherne des Diomedes nur den Werth von neun Ochsen gehabt habe. DaßGold damals schon als Zahlmittel oder Werthmaßstab gedient habe, davon findet sichbei Homer keine Spur, ebenso wenig wie eine solche Benutzung des Silbers vonihm angedeutet wird.
Noch lange Zeit nach Homer muß das Gold sowol im eigentlichen Hellas wiein den westlichen griechischen Colonien ganz außerordentlich selten gewesen sein, wäh-rend das Silber bald nach Homer's Zeit schon infolge seiner Gewinnung in ein-heimischen Bergwerken häufiger vorkam und als allgemeines Tauschmittcl, wenn auchnoch nicht im gemünzten Zustande, doch nach Gewicht benutzt zu werden anfing.Jene Seltenheit des Goldes wird durch zwei geschichtliche Vorgänge aufs klarste be°