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Zwöflter Band.
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Das Gold.

zeugt. Als zu Krösus' Zeit die Spartaner zu einem Weihgeschenk Gold gebrauchten,konnten sie solches in Griechenland selbst nicht anschaffen, sondern mußten nachSardes senden, um es dort zu kaufen. Und noch einige Jahrzehnde später konnteHiero von Syrakus das zu einem Dreifuß mit einer Siegesgöttin aus reinem Goldecrfoderliche Metall lange Zeit in Sicilien und Griechenland nicht auftreiben, bisseine Abgesandten endlich zu dem Korinther Architeles kamen, welcher viele Jahrehindurch Gold in kleinen Partien aufgekauft und gesammelt hatte.

Je ärmer aber das eigentliche Hellas um die erwähnten Zeiten an Gold war,um so goldreicher wurden damals in kurzer Zeit einige Theile Kleinasiens. Woraufanders begründen sich die Sage vom Könige Midas, dem Alles, was er anfaßte,zu Gold ward, und der sprichwörtlich gewordene Reichthum des Krösus, als auf dieaußerordentliche Ergiebigkeit der Goldgewinnung am Berge Tmolus unk» im Fluß-bette des von demselben herabströmenden Paktolus? Schon einer der ältern lydischenKönige, Gyges, hatte dem delphischen Hciligthume kostbare goldene Weihgeschenkegesandt, allein noch ungleich großartiger , und werthvollcr waren die goldenen Ge-schenke, welche sein Nachkomme Krösus daselbst weihte. Es befanden sich darunter117 Halbziegel von Gold, zusammen 232'/- Talente schwer, davon 1'/- Talentereines Gold, das übrige aus Gold mit Silber versetzt; eine goldene Bildsäule, dreiEllen hoch; ein goldener Löwe, 10 Talente schwer; ein goldenes Mischgefäß, gegen9 Talente schwer, und sonstiges goldenes Gerüche. Als später im sogenanntenPhocischcn Kriege diese goldenen Weihgeschenke geraubt, eingeschmolzen und ausge-münzt wurden, soll der Werthbetrag 4000 Silbertalente — d. h. nach heutigemGelde etwa 6 Millionen Thaler preußisch Courant — erreicht haben. Eine« Gold-gewinnung, welche solche Weihgeschenke gestattete, muß enorm gewesen sein. Auchdie beiläufige Erzählung des Herodot über die Menge Gold, welche Alkmäon ausder Schatzkammer des Krösus mit dessen Bewilligung fortnahm und damit fürlange Zeit den Reichthum seines Geschlechts begründete, gibt eine hohe Vorstellungvon den in Sardes angehäuften Goldschätzen.

Einen andern Nachweis über die auch nach Krösus noch einige Zeit fort-dauernde beträchtliche Goldgewinnung in Kleinasien liefert die Erzählung über einenkleinen dortigen Dynasten, Pytheus von Celaenae. Dieser gab dem König Lerxessein baares Vermögen an, außer 2000 Talente Silber, auf 3,993000 goldene Dan-ken, welche ihm der KLn.ig auf vier Millionen vermehrte, nach heutigem Gelde ge-schätzt zusammen etwa 23 Millionen Thaler. Es ist uns auch berichtet worden, aufwelche Weise Pytheus diesen Goldreichthum zuwege gebracht hatte. Seine sämmt-lichen dazu fähigen Unterthanen wurden zum Goldsammeln gezwungen und mußtendarüber alle sonstigen Beschäftigungen versäumen. Die natürliche Folge war einegroße Theuerung; welche dazu nöthigte wenigstens einen Theil der Goldsammler wie-der zur Feldarbeit zu verwenden. Ist dies nicht eine ganz ähnliche Erscheinung,wie wir sie in unsern Tagen in Californien und Australien erlebt haben, nur mitdem Unterschiede, daß nicht wie vor 2000 Jahren die Habgier einzelner Herrscher,sondern das Goldfieber einer ganzen Bevölkerung solche Extravaganzen herbeiführte!Die in der menschlichen Natur wurzelnde Goldgier aber ist in den Jahrtausendengleich leidenschaftlich und stark geblieben.

Die Lydier, so berichtet uns der Väter der Geschichte, sind die Ersten gewesen,welche aus Gold und Silber Münzen geschlagen haben. Wenn diese Nachricht auchin Rücksicht der Silbermünzen zweifelhaft erscheint, so liegt doch kein Grund vor,ihre Richtigkeit in Hinsicht der Goldmünzen zu bestreiten. Den lydischen Münzfuß —der Stater im Gewicht von 2 Silberdrachmen — welcher aller Wahrscheinlichkeitnach mit dem uralten babylonischen Gewichtsysteme zusammenhängt, haben die Per-serkönige beibehalten, als sie und namentlich unter ihnen Darius, Hystaspes' Sohn,mit dem Stempel eines Bogenschützen die nach Darius benannten und bald als all-gemeines Zahlmittel in Umlauf gekommenen Goldmünzen, die Danken, prägen ließen.Daß diese Goldstücke schon in der ersten Zeit der persischen Herrschaft in beträcht-