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Das Gold.
licher Menge circulirten, davon zeugt unter Anderm die Erwähnung im Buche Esra,daß von den etwa 42000 aus dem Exil zurückkehrenden Jsraeliten außer 5000 PfundSilber 61000 goldene Danken zur Wiederherstellung des Tempels beigesteuert wurden.
Das Gold, woraus die persischen Könige die Danken münzen ließen, kam übri-gens nicht ausschließlich aus Kleinasien und war nicht blos das Ergebniß der beider Eroberung Asiens vorgefundenen Verrathe. Der persische Schatz hatte auchsonst eine regelmäßige Goldeinnahme. Unter den Tribukzahlungen nämlich, welcheverschiedenen Provinzen des Neichs von Darms auferlegt wurden, finden sich neben7600 babylonischen Talenten Silber noch 560 entmische Talente feines Gold auf-geführt, welche von den unterworfenen Jndiern jährlich zu liefern waren, wie diesschon vorhin erwähnt worden. Über die Gewinnungsweise dieses Goldes wurde Fa-belhaftes erzählt; es sollte in der Wüste nördlich vom Indus von Ameisen, die klei-ner als Hunde, aber größer als Füchse seien, ausgegraben und'diesen mit Lebens-gefahr von den Jndittn geraubt werden. *)
Wie Hs noch weit in die neuere Zeit hinein an die Gewinnung des Goldesin fernen Landen sich gern wunderbare Sagen geknüpft haben, so geschah es auchschon im Alterthum. Außer der eben erwähnten Herbeischaffung des indischen Gol-des berichtet uns Hervdot noch eine seltsame Sage über den Goldreichthum der nörd-lichen Länder. Diese Gegenden seien die goldreichsten auf der ganzen Erde, alleindas dortige Gold werde von Greifen- gehütet. Den ihnen zunächst wohnenden Aris-maspen, Menschen mit nur Einem Auge, gelinge es jedoch, von diesem Golde zurauben. Man hat den Grund dieser Sage in der in sehr frühe Zeiten hinaufreichen-den Bearbeitung von Bergwerken im Ural und in den Goldfeldern im südlichen Si-birien gesucht, auf welche Landstriche die geographische Verlegung der Greife undArismaspen allerdings hinweist. Die Bergleute mit ihren vorgebundenen Gruben-lichtern sollen Anlaß gegeben haben zu der Sage von den „einäugigen Arismaspen,und die in Sibirien häufiger.als anderswo vorkommenden Überreste ungeheurer ur-weltlicher Thiere zu der Vorstellung von den Greifen, welche die unterirdischen Gold-schätze bewahrten. Es ist hiergegen aber erinnert worden, daß die fabelhafte Thier-gestalt der Greife lediglich in der Phantasie der südasiacischcn Völker ihren Ursprungzu haben scheine.
Wie viel von dem uralischen und sibirischen Golde übrigens in alter Zeit inden allgemeinen Verkehr kam und auf welchem Wege, darüber fehlt es an nähernNachweisen. Die bei den Massageten gerühmte reichliche Goldverwendung für ihreRüstungen und Pferdegeschirr wird indessen damit im Zusammenhang stehen.
Aus den im Vorhergehenden mitgetheilten Andeutungen läßt sich mit Sicher-heit annehmen, daß in ganz Vorderasien zur Zeit der Perserkönige eine sehr bedeu-tende Menge Gold im Besitze der Menschen war und daß Gold als Repräsentantdes Reichthums und als Zahlungsmittel mehr und mehr in Aufnahme kam.
Auch in Griechenland, wo in früherer Zeit Gold so außerordentlich selten ge-wesen war, kam von jetzt an dieses Metall in auffallend kurzer Zeit häufiger inUmlauf. Es wurde dies hauptsächlich durch folgende Umstände bewirkt. Den An-fang zu einer Verbreitung des Goldes in Griechenland hatten die Beziehungen zuKrösus gemacht. Dann fiel durch die Plünderung der persischen Lager nach ihrenNiederlagen unter Terxes eine bedeutende Menge Gold in die Hände der siegreichenHellenen, denn es wird wiederholt hervorgehoben, wie grbße Edelmetallschähe derKönig mit sich geführt habe, wie viele kostbare Geräthe und Waffen die Vornehmenim Heere gehabt hätten. Einen Theil des vorgefundenen Goldes verheimlichten die
) Der Ursprung dieser, übrigens im alten Indien selbst einheimischen Sage dürste darinzu suchen sein, daß es in den goldreichen Gegenden Tibets eine Art gefleckter Murmel-threre gibt, durch deren Aufwühlen des Bodens mitunter auch Gold zutage gefördert wird.f (Vgl. Lassen's „Indische Alterthumskunde", I, 236 und 850 fg.) Über die sonstige Gewin-nung des indischen Goldes s. oben.