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Das Gold.
sonstige Beziehungen mit den Griechen so beträchtliche Summen Goldes nach Grie-chenland abgeflossen waren, um dort in großem Umfange Umlaufsmittel zu werden,Alexander der Große noch so ansehnliche Schätze in Susa, Pasarpadä und Perse-polis vorfinden konnte. Die Schätzungen über die Gesammtsumme der von Alexan-der erbeuteten Edelmetallvorräthe variiren in hohem Grade, und wird auch nicht ge-sondert angegeben, wieviel das Gold und wieviel das Silber davon betragen habe.Einer Nachricht zufolge soll von Alexander an edeln Metallen im Ganzen ein Be-trag von 180000 Talenten (circa 270 Millionen Thaler) nach Ekbatana zusammen-gebracht sein. Jedenfalls ist es als gewiß zu betrachten, daß die erbeuteten QuantitätenGold den Werth vieler Millionen Thaler gehabt haben, die sich dann in den Krie-gen der Diadochen, meist als Sold ausgegeben, nach allen Seiten hin zerstreuten.
Unter den Staaten, die aus dem Reiche Alexander's des Großen hervorgingen,scheinen besonders die Ptolomäer in Ägypten auf Anhäufung bedeutender Schätzeihr Augenmerk gerichtet und gute Gelegenheit dazu gehabt zu haben. Der Schahdes Ptolomäus Philadelphos betrug, wie ein alter Schriftsteller auf Grund von Ur-kunden berichtet, 740000 Talente. Unter diesen Talenten waren ohne Zweifel so-genannte ptolomäische Talente verstanden, die nur etwa den vierten Theil des atti-schen Talents werth waren, sodaß der Werthbetrag auf circa 280 Millionen Thalerzu veranschlagen sein würde.
Man darf sich übrigens durch die Angaben der großen Edelmetallmassen, welcheim Alterthum von einzelnen Gewalthabern angehäuft wurden oder sich in einigenangesehenen Heiligthümern Jahrhunderte hindurch ansammelten, nicht verleiten lassen,daraus als aus vereinzelten Beispielen auf einen entsprechenden sonstigen Verrathan Gold und Silber bei den Völkern überhaupt zu schließen, wie man dies heutigen-tags in civilisirten Staaten versuchen könnte. Man muß nicht vergessen, daß beider bei weitem überwiegenden Natüralwirthschaft und bei der elenden Lage der großenMasse der Bevölkerung sowie wegen des grausamen Erpressungssystems, wie es imgrößten Theil des Orients stets vorgewaltet hat, die edeln Metalle und darunternamentlich das Gold die entschiedene Tendenz haben mußten, sich an einigen Punk-ten, entweder in den Schatzkammern der Herrscher oder in berühmten Heiligthümern,beständig anzuhäufen. Dort blieben diese Baarvorräthe verschlossen, bis Kriegsereig-nisse auf die eine oder andere Weise eine außerordentliche Verwendung oder Verthei-lung herbeiführten und so zu später wiederkehrenden Erpressungen das Material boten.
3) Römer.
Rom hatte ursprünglich, wie die lateinische Sprache deutlich bezeugt, wederSilbergeld noch Goldgeld, sondern Kupfergeld. Erst ini Jahre 485 nach Gründungder Stadt (269 v. Chr.) wurde in Rom Silbermünze, und 62 Jahre später, imJahre 547 (207 v. Chr.) Goldmünze geprägt. Da jedoch, wie die ältesten Han-delsverträge zwischen den Römern und Karthagern darthun, Rom mit seiner Hafen-stadt Ostia schon in sehr früher Zeit ein Gemeinwesen mit lebhaftem und weitreichen-dem Handelsverkehr war, so werden die Edelmetalle auch hier schon in alter Zeiteine bedeutende Stelle im beweglichen Vermögen eingenommen haben. Der Vorrathvon Gold wird indessen, bis die außerhalb Italiens geführten Eroberungskriege großeBeute auch an Gold nach Rom brachten, dort sehr unbedeutend gewesen sein. DasVerbot in den Gesetzen der zehn Tafeln, den Todten bei der Beerdigung oder Ver-brennung Gold beizugeben (wovon jedoch das etwa zur Befestigung der Zähne be-nutzte Gold ausdrücklich ausgenommen war), deutet auf ängstliche Vorsorge, denEoldvorrath möglichst zu conserviren. Der Abkauf der Gallier im Jahre 390 v. Chr.durch einen Betrag von 1000 Pfund Gold wird so ziemlich den damals in Romvorhandenen Eoldvorrath erschöpft haben.
Auf der italienischen Halbinsel südlich vom Po wird von einheimischer Gold«Produktion nichts erwähnt. Dagegen wurde in der Gegend um Aosta (in Piemont)im Flußbette des Po und bei Aquileja eine zeitlang viel Gold gefunden. Was Po-