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Zwöflter Band.
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Das Gold.

lybius uns bei Erwähnung dieser Goldgewinnung berichtet, bietet zur Vergleichungmit Vorgängen der Neuzeit hinlängliches Interesse, um es wörtlich anzuführen. „DieTauriskcr", erzählt er, „förderten das Gold aus einer Tiefe von nicht mehr als zweiFuß und die Gruben hatten nur l5 Fuß im Umfange. Zum Theil wurde dasGold in Stücken so groß wie eine Bohne gefunden und von solcher Feinheit, daßnur der achte Theil fremde Beimischung war. Nachdem italienische Goldgräber zweiMonate lang zusammen mit den Tauriskern gearbeitet hatten, fiel das Gold durchganz Italien um ein Drittel in seinem Werthe. Als die Taurisker dies bemerkten,verjagten sie ihre Gehülfen, um den Vortheil allein zu ziehen." Wenn man be-denkt, wie gering der damalige Goldvorrath in ganz Italien gewesen sein mag undwie außerordentlich ergiebig neu aufgefundene reichhaltige Goldwäschereien gerade inden ersten Jahren zu sein pflegen, wenn sie auch bald darauf gänzlich erschöpft sind,wird man diese Angabe nicht für unwahrscheinlich halten; für die allgemeinen Ver-kehrsverhältnisse und für die Dauer darf derselben jedoch keine erhebliche Bedeutungbeigemessen werden. Der Vorgang ist vor allem nur ein Beweis für die damaligegeringe Goldmenge in Italien.

Bei Verpachtung der Goldwäschereien am Po stellte der römische Staat nochspäterhin die Bedingung, daß die Pachter nicht mehr als 5000 Arbeiter dazu ver-wenden durften.

Es verging indessen nicht lange Zeit nach dem Ende des zweiten Panischen Krieges,so ward Nom der Mittelpunkt, wohin die anderswo und von früherher angesam-melten Goldschätze zusammenströmten, entweder als einmalige Beute auf den Triumph-zügen seiner Feldherren oder als stets wiederkehrende Tributzahlung der Provinzen,abgesehen von den oft noch drückenden! persönlichen Erpressungen'der Statthalter.Amilius Paulus war der Erste, der nach Beilegung des Perseus ein größeres Quan-tum von Goldbarren in die römische Schatzkammer brachte, und seitdem wurden nachund nach die Schätze, welche die Seleuciden und die Ptolomäer angesammelt hat-ten, nach Rom geschleppt. Aber nicht allein aus Griechenlantp und dem Orient,sondern auch aus dem Norden gelangten durch die römischen Eroberungszüge alserstes Ergebniß derselben große Summen Goldes nach Roni. Namentlich gilt diesesvon Cäsar's Feldzügen in Gallien. Die Gallier waren bekannt wegen ihrer Vor-liebe für Goldschmuck, und aus ihren lange fortgesetzten, nach verschiedenen Richtun-gen hin unternommenen Plünderungszügen hatten sie im Verlaufe der Jahrhunderteansehnliche Goldmassen mit fortgeschleppt, wovon ein großer Theil in Toulouse auf-gehäuft war. Als Cäsar diesen Schatz in seine Gewalt bekam und plötzlich an denMarkt brachte, um courantes Geld dafür zu lösen, fiel, wie von den Geschicht-schreibern als besondere Merkwürdigkeit erzählt wird, der Goldpreis in Italien umein volles Drittheil. Auch hierfür gilt jedoch die oben in Bezug auf die aquilejischeGoldproduction gemachte Bemerkung, daß einem solchen Vorgang ein wesentlicher unddauernder Einfluß nicht beigemessen werden kann.

Wenn wir die Frage auswerfen, inwiefern zur Blütezeit des römischen Welt-reichs im 1. und 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung der Goldvorrath nichtallein durch fortdauerndes Zusammenströmen in Rom und Wiederverausgaben andie Provinzen zur Versorgung des Luxus und des Brotbedarfs der hauptstädtischenBevölkerung in steter Bewegung erhalten wurde, sondern gleichzeitig auch durch neueProduction vermehrt worden ist, so lauten die Berichte nicht sehr befriedigend. Manchefrüher sehr ergiebig gewesenen Goldfelder waren durch die anfängliche eifrige Aus-beute gänzlich erschöpft, wie dies Skrabo (zur Zeit des Kaisers Augustus) unter An-dern! von dem einst wegen seines Goldreichthums so gefeierten Paktolus ausdrücklicherwähnt. Daß um diese Zeit aus Nordasien, Indien oder den afrikanischen Neger-ländern beträchtliche Summen Gold ins Reich gekommen, dgrüber wird nichts be-richtet. Dagegen findet sich bei Plinius wiederholt die bedeutungsvolle Klage, daßder Handel mit Ostasien dein römischen Reiche Jahr für Jahr so bedeutende Sum-men Geld entziehe. Das eine mal bemerkt er, es verdiene alle Beachtung, daß In-