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Zwöflter Band.
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Das Gold. 545

wesene Edelmetallvorräthe einzogen und ausprägen ließen, die Geldcirculation, nament-lich an Goldmünzen, vorübergehend eine merkliche Vermehrung erfuhr.

4) Werthrelation der Edelmetalle im Alterthum überhaupt.

Über die Einwirkung der in den verschiedenen Perioden des Alterthums mehroder minder bedeutenden Geldcirculation auf die Preise haben wir im Vorhergehen-den keine weitere Angaben mitgetheilt, weil die Untersuchung über die Preisverhält-nisse der frühern Zeit vor der Entdeckung des kalifornischen und australischen Gold-reichthums für diesen Aufsatz, der ja zunächst sich nur mit dem Golde zu beschä'f-tigen hat, zu weit führen würde. Wenn wir jedoch zugleich unterlassen haben, bis-her auf das Werthverhältniß des Goldes zum Silber einzugehen, so, geschah es nur,um die dahingehörigen Nachweise und Bemerkungen, getrennt von. Übrigen, im über-sichtlichen Zusammenhange vorzulegen.

Wieviel mal bei den alten Ägyptern, den Jsraeliten und andern orientalischenVölkern bis zur Perserzeit Gold höher geschätzt wurde als ein gleiches QuantumSilber, darüber fehlen uns specielle Angaben. Böckh scheint jedoch mit vollem Rechtdie Ansicht aufgestellt zu haben, daß das einfache Verhältniß, wonach Gold denzehnfachen Werth des Silbers hat, als eine uralte, im Orient entstandene Regel zubetrachten sein möchte, die von da aus, wie so manches Andere in Bezug auf Maßund Gewicht u. dergl., auch bei den Hellenen Eingang gefunden hat. Die Stateren,welche die griechischen Städte in Kleinasien und dann auch andere griechische Staa-ten ausmünzten, hatten meist das Gewicht von 2 Silberdrachmen und galten fürgewöhnlich gleich 20 Drachmen; es liegt kein Grund vor anzunehmen, daß die älte-sten, die lydischen Goldmünzen nach einem andern Fuße ausgeprägt worden waren.Die persischen Golddariken schlössen sich, wie schon früher bemerkt, dem ebenfalls an.

Mit dieser Ansicht scheint es nun aber im Widerspruch zu stehen, wenn dieuns aufbewahrte früheste ausdrückliche Notiz eines griechischen Schriftstellers überdie Werthrelation der beiden Edelmetalle ein wesentlich verschiedenes Verhältniß an-gibt. Dies thut Herodot, wenn er bei Aufzählung der vom Könige Darius geord-neten Tribute der verschiedenen Provinzen seines Reichs in Bezug auf den Gold-tribut der Indier hinzufügt: wenn man für das Gold das Dreizehnfache des Sil-bers rechnet, so ergeben die von den Zndiern zu entrichtenden 360 Talente Gold4680 Talente Silber. Wie ist diese beträchtliche Abweichung von dem vorhin er-wähnten Normalverhältniß zu.erklären? Man könnte die Vermuthung aufstellen, daßdas fragliche im gediegenen Zustande gefundene Gold von hoher Feinheit war undvielleicht, da Darius so sehr darauf hielt, daß seine Goldmünzen möglichst aus reinemGolde geprägt wurden, das in den königlichen Schatz einzuliefernde Gold noch vor-her geläutert werden mußte, während das einzuliefernde Silber durchschnittlich nochnicht als Feinsilber gerechnet wurde. Wenn für reines Gold und reines Silberein Verhältniß von 1:10 angenommen wird, so stellt sich dasselbe zwischen Duka-tengold und zwölflöthigem Silber ungefähr wie 1:13.

Will man aber diese Erklärung nicht gelten lassen, so möchte daran zu erin-nern sein, daß, als Herodot schrieb, für Perser und Griechen sehr kriegerische Zeit-läufe waren und zur Besoldung zahlreicher Miethstruppen fortwährend große Sum-men Goldmünze gebraucht wurden, was ein zeitweiliges Abweichen des Goldpreisesvon dem regelmäßigen Stande herbeiführen konnte.

Wie es sich aber auch damit verhalten möge, man darf ebenso wenig aus derStelle des Herodot den allgemeinen Schluß ziehen, im Alterthum habe Gold dendreizehnfachen Werth des Silbers gehabt, als aus andern beiläufigen Erwähnungeneiner besondern Werthrelation wie 1:12 u. s. w. eine solche Regel ableiten wollen.Die regelmäßige herkömmliche Norm war eben, wie sie den gedachten Ausmünzun-gen zugrunde lag, das einfache Verhältniß von 1:10, freilich mit der vorherr-schenden Tendenz einer Steigerung des Goldpreises; wenn erhebliche AbweichungenDie Gegenwart. Xll. 35