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Das Gold.
Als zu Anfang des 18. Jahrhunderts die vollhaltige Silbermünze in Englandsich nicht im Umlauf erhalten konnte, ward der berühmte Sir Jsaak Newton als da-maliger Münzmeister aufgefodert, dem Parlament ein Gutachten sowol über den Standder Gold- und Silbermünzen als auch insbesondere über den Werth des Goldesim Verhältniß zum Silber abzustatten. Newton that dies durch Bericht vom21. Sept. 1717, worin er die natürlichen Grundsätze, wonach sich die Werthrelationder edeln Metalle regulirt, klar darlegt und aus eine Erhöhung des gesetzlichen Werthsder Goldmünzen (von 1: 14,s) auf 1:15,soso anträgt; denn bei diesem Verhältniß,welches etwas höher sei als die durchschnittliche Werthrelation im allgemeinen freienVerkehr, werde Niemand mit Vortheil Silbermünze ausführen können, sondern beiZahlungen an das Ausland Gold remittiren. „In China und Japan", heißt es imBericht, „ist das Pfund fein Gold nur 9 —10 Pfund fein Silber werth und inOstindien etwa 12 Pfund. Dieser niedrige Preis des Goldes im Verhältnisse zumSilber führt aus ganz Europa Silber dahin. Zwischen Nation'und Nation in ganzEuropa aber steht nach dem Laufe des Handels und des Wechselgeschäfts das seineGold wie 1: 14"/,°. oder 15, und zufolge eben dieser Rechnungen ist die Guinee zwischen20 Schilling 5 Pence und 20 Schilling 8'/-- Pence werth. Erfahrung und Vernunftergeben, daß das Silber sich von den Plätzen wegzieht, auf denen dessen Werth nach Pro-portion niedriger ist als der Werth des Goldes, nämlich aus Spanien nach ganzEuropa und aus Europa nach dem östlichen Asien; daß hingegen das Gold aufsolchen Plätzen im Überflüsse ist, wo dessen Werth zum Werthe des Silbers verhält-nismäßig höher steht, wie solches in Spanien und England der Fall ist." — DerVorschlag Newton's fayd Eingang, und die danach angenommene Werthrelation istin England bis 1816 festgehalten. Es geschah dies indessen ganz gegen den Sinnseines Berichts, welcher schon ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, daß, wenn dieWerthrelation des Goldes später höher steige als 1 :15, alsdann auch eine fernereentsprechende Abänderung im Münzwesen eintreten müsse. Da dies nicht geschah,konnte sich vor 1816 kein vollhaltiges Silbergeld in England im Umlauf erhalten.
Im französischen Münzwesen fanden die hauptsächlichsten Steigerungen desGoldwerthes statt durch Verordnungen der Jahre 1641, 1656 und 1687, welchedie Werthrelation auf respective 1:13'/-, 1:15 und 1:15s/ bestimmten.
Der Überblick der vorstehenden Angaben läßt deutlich erkennen, daß um dieMitte des 17. Jahrhunderts innerhalb einiger Decennien die seither vorgekommenestärkste allgemeine Veränderung in der Werthrelation der edeln Metalle stattgefundenhat, nämlich eine bleibende Steigerung der Goldpreise um mehr als 15°/,. DerGrund dieser Erscheinung ist offenbar kein anderer, als daß in der ersten Hälfte des17. Jahrhunderts die Silberzufuhren aus Amerika in so außerordentlicher Progres-sion zunahmen, während gleichzeitig die Goldproduction verhälknißmäßig unbedeuten-der war wie zu irgendeiner andern Zeit. Die Goldgewinnung in Neugranada undBrasilien ward noch sehr schwach betrieben, und in Ungarn und Siebenbürgen wirdbei den damaligen unruhigen Zeiten die Goldausbeute hinter den gewöhnlichen Er-trägen zurückgeblieben sein.
Wir wenden uns jetzt zu der Gestaltung der Werthrelation seit dem Ende desl'7. Jahrhunderts, worüber uns, wie schon vorhin bemerkt, die genauesten Ermitte-lungen vorliegen-