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Zwöflter Band.
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Das Gold. 577

leute", bemerkte Herr Chevalier im „louriml <Iss vsbsts" noch am 9. Mai 1835,„bringen in die französischen Münzstätten ein Metall, welches einer starken Ent-werthung entgegengeht, und kaufen in Frankreich, um es zu ihrem Privatnuhen zuexporciren, ein anderes Metall auf, dessen Entwerthnng durchaus nicht in Aussichtsteht. Warum soll ein solcher Tausch begünstigt werden?"

Die Rolle, welche die Doppelwährung in Frankreich und die dortigen großenGoldausmünzungen spielen, ist für die ganze Goidfrage von so folgenreicher und be-deutender Wichtigkeit, daß es zu einer richtigen Auffassung der ganzen Sachlagefast unentbehrlich erscheint, hierbei etwas zu verweilen. Es mögen daher zunächstdie hauptsächlichen Gründe, welche die Verfechter der alleinigen Silberwährung inFrankreich geltend gemacht haben, kurz erwähnt werden.

„In Frankreich ist die Münzeinheit ein Gewicht von 4'/- Gramm fein Silber,welches man Franc nennt, das Gold ist nur ein Äquivalent, dem das Gesetz einen15'/- mal hohem Werth beilegt. Wie wird es aber, wenn alles Silber außerLandes geht? Die effektive Einheit des Münzsystems wird verschwinden und 'es wer-den nur „Mehrheiten" übrigbleiben, die ihre Beziehung zu der. verschwundenenEinheit verloren haben. Bei jedem Verkauf an das Ausland wird dieses die Zah-lung an Frankreich in einem zu dessen Nachtheil veränderten Äquivalent leisten. DerWechselcurs wird nach dem theurem Silber calculirt werden, die Bezahlung aberin Gold geschehen, das im Werth gesunken ist. Bei jedem auswärtigen Handels-geschäft erneuert, wird dieser Verlust einen enormen Umfang erreichen." (Cochut inder „ksvus äss <Zoux mcmölss", April 1854.)

„Die Wirkung der Werthverringerung ,des Goldes wird darin bestehen, daßein bestimmtes Gewicht dieses Metalls nach stattgefundener Werthverringerung, wenndie sonstigen Verhältnisse gleichbleiben, eine geringere Quantität jeder andern Waaredarstellt, also einen geringern Reichthum. Eine Summe Geldes ist ein mathema-tisch bestimmtes Gewicht des einen oder des andern der edeln Metalle. Wenn ich100000 Francs schuldig bin, so habe ich zu einem bestimmten Termin entweder 450Kilogramm feines Silber, oder auch, rund gerechnet, 29 Kilogramm feines Goldzu liefern. Jedermann, dessen Einkommen in einer bestimmten Geldsumme besteht,wird, nach stattgefundener Werthverringerung des Goldes, ebenso wie früher, so-fern es sich um eine Einnahme von 100000 Francs handelt, 29 Kilogramm feinesGold erhalten. Wir wollen nun zur Verdeutlichung der Erörterung eine Werth-verringerung des Goldes um die Hälfte annehmen. In diesem Falle würde Jeder,der eine Einnahme von 100000 Francs hat, sich ganz genau in der nämlichenLage befinden, als wenn sein Einkommen auf die Hälfte reducirt wäre, als wenner 50000 Francs Rente verloren hätte. — Untersuchen wir nun, wer wird bei sol-cher Verminderung gewinnen, wer verlieren?"

„Im Allgemeinen werden die Schuldwer, welche erst nach Verlauf längererZeit zurückzuzahlen oder auch eine fortlaufende Rente zu zahlen haben, die Gewin-nenden sein, wogegen die entsprechenden Gläubiger verlieren werden. In dieser Be-ziehung gehört insbesondere der Staat > zu den Gewinnenden, indem derselbe denNenkeninhabern jährlich einen Zins von etwa 276 Millionen Francs zu zahlen hat.Bei Annahme einer Werthverringerung des Goldes um die Hälfte wird der Staatauch die Hälfte seiner Schuld gewonnen haben, denn die 27st Millionen Zinsenwird er dann mit derselben Leichtigkeit anschaffen, wie jetzt 158 Millionen; dieSteuerpflichtigen werden ihm 80000 Kilogramm feines Gold in Stücken von 40,20 oder 10 Francs ebenso leicht einliefern wie jetzt 40000 Kilogramm. Alle Pri-vaten, welche Renten zu zahlen, die lAesellschaften, welche nach längerer Zeit fälligeObligationen einzulösen, die Pachter, welche Kontrakte auf längere Zeit abgeschlos-sen haben, alle Diese werden auf gleiche Weise gewinnen. Verlieren werden dagegendie Gläubiger des Staats und der Gemeinden, die vor der Münzkrisis pensionir-ten Beamten, die Inhaber von Eisenbahn-Prioritätsobligationen, die für längere ZeitDie Gegenwart. XII. 37