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Zwöflter Band.
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Das Gold. 597

leicht überschätzten Vortheil einer leichtern Circulation in den betreffenden fremdenVerkehrsgebieten würden immer die Nachtheile gegenüberstehen, welche (nach der Vor-aussetzung) die entsprechende Eröffnung unsers Verkehrsgebiets für den Umlauf derbetreffenden fremden Münzen nothwendig mit sich führen müßte."

„Eine so durchgreifende Änderung, wie die Substituirung eines neuen Werth-maßstabes aller Dinge für den bisher bestehenden, wird von den Staaten, derenMünzfuß in unverkümmerter, zu Zeiten nicht ohne große Opfer aufrechterhaltenerGeltung besteht, ohne überwiegende Gründe, vielleicht selbst ohne eine unzweifelhafteund dringende Nothwendigkeit nicht getroffen werden können. Eine solche Änderungwird für diese Staaten nicht ausschließlich eine Frage der Zweckmäßigkeit, sondernwesentlich auch eine Frage der Gerechtigkeit sein. Schon lediglich aus dem Gesichts-punkte der Zweckmäßigkeit sind — im besten Falle — wenigstens überwiegendeGründe für den Übergang zur Goldwährung nicht zu erkennen. Jedenfalls ist eszweifelhaft, ob überhaupt in den Verkehrs- und Wcrthverhältniffen innerhalb derdeutschen Staaten die Bedingungen gegeben sind, welche eben nur hinreichen, dieWahl der Goldwährung an sich zu rechtfertigen, und das Bestehen derselben dem-nächst nicht fortgesetzt gefährdet erscheinen zu lassen, auch ganz abgesehen von denbedeutenden Kosten, welche die Demonetisation des bei weitem größten Theils derausgeprägten und umlaufenden Silbermünzen und andererseits die Anschaffung, be-ziehungsweise Ausprägung des zu allen größer«, nicht in Scheidemünze zu bewirken-den Zahlungen erfodcrlichen bedeutenden Betrags an Goldmünzen verursachen müßte.Wo aber selbst die Zweckmäßigkeit einer solchen Änderung des allgemeinen Werth-maßstabes zweifelhaft erscheint, treten die aus dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeitsich ergebenden großen Bedenken von selbst in ihr volles Recht und machen mitihrem ganzen Gewichte sich geltend. Es kann, auch abgesehen von den Fällen, inwelchen der Staat nur einen -Widerspruch zwischen den factischen Zuständen undden mehr oder weniger absolet gewordenen gesetzlichen Bestimmungen auszugleichenhat, Verhältnisse geben, welche in der in Rede stehenden Beziehung eine dringendeNothwendigkeit für den Staat begründen; ohne eine solche Nothwendigkeit aber wirddie Änderung des in unverkümmerter Geltung bestehenden Werthmaßstabes, die Ver-wandlung aller auf eine bestimmte Quantität Silber lautenden Zahlungsverbindlich-kciten.des Staats wie der Privaten in solche, die in einem von dem Staate nachder Natur der Sache mehr oder weniger willkürlich festgesetzten Verhältnisse durcheine gewisse Quantität Gold erfüllt werden können, kaum jemals gerechtfertigt er-scheinen. Dies muß um so bedenklicher sein in einer Zeit, in welcher eine weitereEntwerthung des Goldes in gewisser Aussicht steht, oder — was in wesentlichenBeziehungen für die Staatsregierung von gleichem Gewichte sein muß — ziemlich all-gemein befürchtet wird, in welcher jedenfalls aber der Werth des Goldes noch durchmanche Schwankungen und Krisen wird hindurchgehen müssen, ehe er auch nur ei-nen annähernden Grad von Festigkeit und Dauer erlangen wird."

„Die Einführung der Goldwährung in Deutschland würde eine totale Umwäl-zung aller unserer Geldverhältnisse mit sich führen; es würde von den jetzigen deut-schen Münzsystemen nichts übrigbleiben als der Name. Der Werth des kleinstenausgeprägten Geldstücks in Deutschland beträgt respective '/s Kreuzer und '/zs° Tha-ler; das kleinste Goldstück würde doch wol den Werth von 2'/- Thalern erreichenmüssen. Alle Umsätze des Verkehrs, welche zwischen diesen Münzstücken liegen,müßten also durch Scheidemünze vermittelt werden; die Masse der Bevölkerungwürde ihre Umsätze gar nicht in der Goldwährung, sondern nur in der nach einemgeringern Münzfuß ausgeprägten Scheidemünze ausführen können. Um dies möglichzu machen, würde für Deutschland eine Quantität Scheidemünze nothwendig werden,die nicht viel unter die Hälfte des Werths der jetzt circulirenden vollhaltigen Silber-münze. Herabgehen dürfte. Die Ermittelung der richtigen Quantität Scheidemünze,welche für eine Einwohnerzahl von 70 Millionen nothwendig ist, erheischt schongroße Äufmerksamkeit, wenn wie bisher nur die Beträge unter 5 Silbergroschen