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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

erschienenen „Dioptrik" uberein, wo er sagt, das Acht sei nicht sowol eine Bewegungin dem leuchtenden Körper als vielmehr der Antrieb oder die Hinneigung in dem-selben zu einer solchen, und dieser Antrieb pflanze sich in geraden Linien fort.

Um den Vorgang der Fortpflanzung des Lichts zu verdeutlichen, bedient ersich des Bildes von einen: Blinden, der sich mittels eines in der Hand gehalte-nen Stabes nicht nur zurechtzufinden, sondern auch die einzelnen Gegenstände zuunterscheiden weiß. Sowie aber von den Körpern, auf welche der Blinde stößt,nichts Materielles durch den Stab der Hand mitgetheilt wird und die Bewegungund der Widerstand dieser Körper, welche allein die Ursache des Empfindens sind,mit den dadurch im Geiste erzeugten Vorstellungen keine Ähnlichkeit zeigen; so habenwir auch die Annahme nicht nöthig, daß von den gesehenen Objecten etwas Ma-terielles in unser Auge fließe, oder etwas den Vorstellungen, welche wir uns von

ihnen bilden, Ähnliches vorhanden sei. Die Fortpflanzung der von den Körpern aus-gehenden Wirkung, die wir als Licht empfinden, scheint ihm vielmehr in einer ge-wissen Bewegung oder einem raschen und schnellen Vorgänge der feinsten Materie

zu bestehen, welche die Poren der andern Körper erfüllt.

Über den Ort, von welchem die das Sehen erzeugende Wirkung ausgeht, seileicht zu entscheiden. Wie jener Blinde die Körper nicht blos durch die Wirkung' derselben, wenn dieselben nämlich selbst in Bewegung sind, sondern auch durch die

. bloße Bewegung seiner Hand fühlt, so müsse ebenfalls zugegeben werden, daß die

i sichtbaren Gegenstände nicht blos durch die von ihnen ausgehende Wirkung, sondernauch durch die den Augen innewohnende wahrgenommen werden könnten. Dieserletzte Satz ist aber nicht so zu verstehen, als ob Cartesius stets diese beiden, vonden Körpern und von den Augen ausgehenden Wirkungen zusammen vorkommend be-! trachtete; also nicht in derselben Weise wie die oben erwähnte Platonische Synaugie.Die zweite Art, mittels der von den Augen ausgehenden Wirkung zu sehen, beziehtsich vielmehr nur auf Diejenigen, welche nach Art der Katzen im Finstern zu sehenvermögen, wenigstens wenn es solche gibt, während in den gewöhnlichen Fällen dievon den Körpern ausgehende Wirkung das Sehen.bewirkt.

In seiner „Dioptrik" sucht Cartesius, indem er die Lichtbewegung mit der Bewe-! gung eines mit der Naquette geschlagenen Balls vergleicht, die Gesetze der Zurück-werfung und Brechung zu erklären, und so mangelhaft auch die Vorstellung vondiesem mechanischen Vorgänge sein mochte, so führt sie ihn doch zum richtigen Ziele.Um das bekannte Brechungsgesetz abzuleiten, muß er annehmen, daß die Lichtbewe-gung in einem dichter:: Mittel sich schneller fortpflanze als in einem dünnern, under sucht das Seltsame, das man in diesem Sahe finden könnte, zu widerlegen. °

Indessen war es gerade dieser letzte Punkt in der Cartesischen Darstellung,wonach also das Licht bei seiner Bewegung in einem dichtem Mittel einen geringernWiderstand finden sollte als in einem dünnern, der zu heftigen Kämpfen Veran-lassung gab; namentlich trat Fermat mit großer Heftigkeit gegen die von Cartesiusgegebene Herleitung des Brechungsgesetzes auf und versuchte letzteres auf einen: an-dern Wege abzuleiten. Fermat legte das Princip zugrunde, daß die Natur ihreZwecke auf dem leichtesten Wege zu erreichen suche, und indem er demgemäß das! Princip ausstellte, daß die Zeit, in welcher das Licht sich von einem Punkte im! Raume zu einem andern fortpflanzt, ein Minimum sei, gelangte er zu dem von

i Cartesius ausgestellten Brechungsgesetz, unter der Bedingung, daß der Widerstand

, im dichtem Mittel (also z. B. im Glase) größer angenommen wird als im dünnern> (wie in der Lust).

In den beiden entgegengesetzten Annahmen über das Verhältniß der Größe desWiderstandes im dichter:: und dünnern Mittel erkennt man leicht die Anfänge derbeiden später auftretenden Theorien über das Licht, deren Entwickelung zunächst nochdurch die mangelhafte Ausbildung der Mechanik gehindert wurde. Sowie nun aberdiese letztere Wissenschaft vorschritt, vermochte auch die Physik ihre Ansichten überdie Lichtvorgänge zu erweitern und aufzuklären.