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Die Photographie.
Aufstellung der Mbrationetheorie durch Huyghens.
Wenn auch schon Hooke in seiner 1663 erschienenen „Mikrographie" das Lichtals Schwingungsbewegungen betrachtete, so vermochte er doch noch nicht eine ganzbestimmte Theorie aufzustellen, aus welcher die Vorgänge bei den verschiedenen Licht-erscheinungen im Einzelnen sich hätten herleiten lassen. Eine Theorie, welche dasGefoderte leistete, verdanken wir erst Huyghens; und dieser muß daher auch als dereigentliche Begründer der sogenannten Vibrations- oder Undulationstheorie angesehenwerden.
Huyghens nahm an, daß, wie der Schall sich durch Schwingungen in per umge-benden Luft ausbreitet, ebenso auch das Licht in einer Wellenbewegung bestehe, welchevom leuchtenden Punkte ringsum im Raume sich verbreite. Dazu bedurfte es abereiner unendlich feinen elastischen Substanz, die er Äther nannte, und durch dasganze Weltall, soweit es eben uns noch Licht zusendet, verbreitet annahm. Durcheinen leuchtenden (im Schwingen begriffenen) Punkt gerathen nun die ihm zunächst ge-legenen Theilchen des Äthers in Schwingungen, welche infolge der Elasticität desÄthers sich den nächstfolgenden Theilchen desselben mittheilen u. s. w., und zwar «der Weise, daß von jedem in Bewegung gesetzten Äthertheilchcn nach allen Seilerhin Wellenbewegungen ausgehen, die sich wie eine Kugelfläche erweitern. Alle diesevon den verschiedenen Punkten ausgehenden partikulären Lichtwcllen setzen sich dannzu einer einzigen Hauptwelle zusammen. Erfolgt dieser ganze Vorgang in einemgleichförmigen nicht krystallinischen Mittel, so bildet diese Hauptwelle eine Kugelfläche,welche den leuchtenden Punkt zum Mittelpunkte hat und sich auf die angegebeneWeise weiter nach außen verbreitet. Die geradlinige Fortpflanzung des Lichtes ent-steht dadurch, daß die Schwingungsbewegungen der partikulären Wellen in der Rich-tung des Radius dieser Kugelfläche sich gegenseitig unterstützen und daher eine ver-stärkte Bewegung in dieser Richtung hervorrufen, während sie nach den übrigen Rich-tungen sich gegenseitig stören und aufheben.
Huyghens erklärte durch seine Theorie auch sehr einfach die bekannten Gesetztder Zurückwerfung und Brechung des Lichtes in nicht krystallinischen Körpern; jaes gelang ihm selbst, die Spaltung eines Lichtstrahls beim Durchgänge durch einenDoppelspakh in zwei Strahlen (einen sogenannten regelmäßigen und unregelmäßigen),welche verschiedenen Brechungsgesetzen folgen, daraus abzuleiten und den Gang die-ser beiden Strahlen genau anzugeben; es genügte dazu, dem Doppelspathkrystalleeine solche innere Struktur zu ertheilen, daß die Lichtschwingungen nach einer Rich-tung mehr Widerstand finden als nach der andern. Durch diesen ungleichen Wider-stand bilden sich im vorliegenden Falle zwei Arten von Wellen, kugelförmige, welcheden regelmäßigen Strahl, und ellipsoidische oder sphäroidische, welche den unregel-mäßigen Strahl erzeugen.
Der oben von Fermat angegebene Sah, daß die Zeit, welche das Licht gebraucht,um von einem Punkte eines Mittels zu einem bestimmten Punkte eines andern Mit-tels zu gelangen, ein Minimum ist, folgt ebenfalls aus der Huyghens'schen Theorie,da nach ihr das Licht in einem dichtem Mittel sich langsamer bewegt als in einemdünnern.
Damals war auch durch Olaus Römer aus den Verfinsterungen der Jupiter-trabanten schon bekannt, daß das Licht sich nicht augenblicklich, aber doch mit einersehr großen Geschwindigkeit fortpflanzt, indem es nur etwas mehr als acht Minutenbraucht, um von der Sonne bis zur Erde zu gelangen, oder daß es in der Se-cunde ungefähr einen Raum von L2000 Meilen (also fast die Entfernung von demMonde bis zur Erde) zurücklegt.
Stellung Rewton's zur Vibrationstheorie nebst einigen Bemerkungen über die Emanations-theorie.
Mit Recht darf man sich wol darüber wundern, wie eS gekommen ist, daßNewton die soeben erläuterte Huyghens'sche Theorie nicht angenommen hat, ja daß