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Die Photographie.
er sogar in seiner 1704 erschienenen „Optik" an die Stelle des von Huyghens gege-benen richtigen Gesetzes über den Gang des unregelmäßigen Strahles im Kalkspathein anderes falsches setzte, obwol ihm Huyghens' „Irsetntus äs lumius" (erschienen1690) bekannt war. Denn wenn man auch zugeben muß, daß die Undulations-theorie in der Gestalt, wie sie aus Huyghens' Händen hervorging, noch in mehrfacherBeziehung mangelhaft und unvollständig war, so hätte es einem Newton doch nichtzu schwer fallen können, eben diese Mangel zu ergänzen und die Theorie zu vervoll-ständige». Es muß diese Nichtannahme der Huyghens'schen Theorie umsomehr auf-fallen, da Newton selbst in seiner „Optik" ganze Reihen von Versuchen über die far-bigen Ringe oder die Farben dünner Watten mittheilt, welche mit einer Theorie, derzufolge das Licht als etwas Materielles vom leuchtenden Körper ausgehen soll, nurmit Zuhülfenahme einer neuen Hypothese von sogenannten Anwandlungen zum leichternDurchgänge und zur leichtern Zurückwerfung vereinbar sind, und außerdem in den diesemWerke angehangenen Fragen die Vermuthung aussprichk, es möchten die behufs derErklärung dieser Erscheinungen angenommenen Anwandlungen zum leichtern Durch-gänge und zur leichtern Zurückwerfung eine Folge von Schwingungen sein, die ineinem äußerst feinen Medium (dem Äther) mit noch größerer Geschwindigkeit als diedes Lichtes vor sich gingen. Ebendaselbst wirst Newton die Frage auf, ob nichtdie Lichtstrahlen, wenn sie ins Auge gelangen, auf der Netzhaut gewisse Schwingun-gen hervorrufen, welche von dort, durch die Sehnerven bis zum Gehirn fortgepflanzt,das Sehen bewirken. Auch die von Huyghens beobachteten Eigenschaften der durchden Kalkspath in zwei gespaltenen Lichtstrahlen, die wir jetzt mit dem Namen derPolarisation bezeichnen, und die, man möchte sagen, unmittelbar auf die Schwingungs-bewegungen hinwiesen, obwol sie Newton's ganze Aufmerksamkeit auf sich zogen, so-daß er den Lichtstrahlen verschiedene mit voneinander abweichenden Eigenschaften be-gabte Seiten beilegte, vermochten doch nicht die Vibrationstheorie bei ihm zur Geltungzu bringen; ja er findet eine solche Beschaffenheit der Lichtstrahlen, wonach sie nurauf zwei Seiten eine gewisse Kraft dauernd haben, die den andern Seiten mangelt,nur begreiflich, wenn die Lichtstrahlen kleine Körperchen sind. Der Haupteinwandübrigens, den Newton der Vibrationstheorie entgegenhielt, ist der, daß das Licht, wennes in Schwingungen bestände, sich hinter einem Schirme, der einen Theil auffängtnicht geradlinig fortpflanzen könne, sondern auch in den Raum hinter dem Schirmegebeugt werden müsse (was in den im Jahre 1665 von Grimaldi entdeckten Beugungs-erscheinungen, die Newton sogar auch kannte, in der That der Fall ist).
Übrigens scheint Newton in keiner Stelle, soviel mir wenigstens bekannt, mitaller Bestimmtheit das Licht als einen körperlichen Ausfluß zu betrachten. In sei-nem berühmtesten Werke „kkilosopluss nsturslis prümipi'g mstlisrnstioa" (erschienen1687) beweist Newton gegen Ende des ersten Buches einige Sätze über die Be-wegung sehr kleiner Körperchen, welche durch Centralkräfte, die von den einzelnenTheilchen eines großen Körpers ausgehen, getrieben werden, und fügt dann in einemZusätze hinzu: „Diesen Anziehungen nicht sehr unähnlich sind die Zurückwerfungenund Brechungen des Lichts" u. s. w. Und einige Zeilen tiefer erscheint ihm die vonGrimaldi entdeckte Ablenkung eines an der Kante eines Körpers vorbeigehenden Licht-strahls von seiner geradlinigen Bahn (die jetzt. sogenannte Beugung des Lichts)gleichsam wie eine Anziehung, und zwar scheint es ihm, als würden die Lichtstrahlen,wie er auch selbst sorgfältig beobachtet habe, gewissermaßen umsomehr angezogen, jenaher sie an der Kante vorbeigehen. Weiterhin spricht er sich dahin aus, daß beider Zuruckwerfung und Brechung die Einwirkung auf die Lichtstrahlen schon in eini-ger Entfernung von der Fläche des spiegelnden oder brechenden Mittels beginne,, so-daß also die Brechung nicht blos im Einfallspunkte selbst geschehe, sondern aümäligdurch stetige Krümmung des Strahls in den dem zweiten Mittel nahegelegenen Punk-ten seiner Bahn vor und nach dem Eintritte erfolge, und schließt dann diesen Zusatzmu den Worten: „Wegen der zwischen der Fortpflanzung der Lichtstrahlen und derDie Gegenwart. Xll. 39