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Zwöflter Band.
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615
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Die Photographie

615

Farben.

Wellenlänge

in der Lust in Millimetern.

Anzahl

der in 1 Secunde ausgeführtenBillionen *) Schwingungen.

Äußerstes Violett. . .

0,000406

764

Violett.

0,ooo42s

735

Violetcindigo ....

0,ooo4ss

707

Indigo.

0,000449

691

Jndigoblau ....

0,0004LS

676

Blau ......

0,cxx>475

653

Blaugrün.....

0,000492

630

Grün.

0,000511

607

Grüngelb.

0,000532

583

Gelb.

0,000551

663

Gelborange ....

0,000574

543

Orange.

0,000583

532

Orangeroth ....

0,00059«

520

Roth.

0,000S20

500

Äußerstes Roth . . .

0,000645

481

Zm Anschluß an die zuvor aufgestellte Vergleichung zwischen den Tönen undden Farben sei noch hinzugefügt, daß, wenn wir ebenso, wie es in der Akustik Ge-brauch ist, eine Farbe, deren Schwingungszahl das Doppelte einer andern beträgt,die Octave dieser letztern nennen, das Intervall zwischen den unter gewöhnlichenUmständen sichtbaren äußersten rothen und violetten Strahlen ungefähr eine Sextebeträgt,. während die hörbaren Töne mehr als 10 O/taven umfassen. Währendunser Auge nach öer obigen Tabelle nur für Strahlen empfindlich scheint, derenSchwingungszahlen zwischen so engen Grenzen liegen, daß die größte Anzahl nurauf das 1,«fache der niedrigsten steigt, unterscheidet unser Ohr noch Töne, beiwelchen die Anzahl der Schwingungen des höchsten Tons die des tiefsten um mehrals das 2000fache übertrifft.

Die ältere Emanationstheorie hat nicht vermocht, in irgendeiner Weise eineErklärung für diese Zerstreuung oder Dispersion des farblosen Lichts in seine ver-schiedenen farbigen Bestandtheile zu geben, und auch selbst für die Vibrationstheorieist diese Erscheinung lange Zeit ein Stein des Anstoßes gewesen. Soll die Disper-sion erklärt werden, so muß die durch die Dispersionserscheinungen ausgesprocheneThatsache, daß in den durchsichtigen Körpern die Fortpflanzungsgeschwindigkeit desLichts für die verschiedenen Farben nicht dieselbe ist, aus den Gesetzen der Wellen-bewegungen hergeleitet werden; indem ja eben nur infolge einer solchen Verschiedenheitder Fortpflanzungsgeschwindigkeit eine verschiedene Brechung und damit ein Auseinander-weichen der einzelnen Farben eintreten kann. Dieser Federung ward endlich imJahre 1836 von Cauchy durch die mathematische Analyse Genüge geleistet. Wennwir nämlich die Annahme machen, daß die Materie nicht, wie die Philosophen wol-len, ein Continuum ist, sondern, wofür fast alle physikalischen und chemischen Er-scheinungen sprechen, aus einzelnen voneinander getrennten Theilchen besteht, unddiese Annahme in der Art auf den Äther anwenden, daß wir den Abstand derÄthertheilchen als nicht verschwindend klein gegen die Länge einer Lichtwelle setzen,so folgt daraus eine Abhängigkeit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichts vonder Dauer der Lichtschwingungen, d. h. von der Farbe, wie sie eben zur Erklärungder Dispersion erfoderlich ist.

*) Eine Billion gleich einer Million mal Million.