Band 
Zwöflter Band.
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617
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Die Photographie. 617

fallen, so werden diese Strahlen beim Auftreffen auf die obere Fläche zum Theilzurückgeworfen, zum Theil aber auch in das Blättchen eindringen und gebrochenwerden. Dieser letztere Theil gelangt dann zur untern Fläche des Blättchens undwird hier wieder theilweise nach oben zurückgeworfen, während der übrige Theil durchdie untere Fläche nach abwärts austritt. Das von der untern Fläche nach obenreflectirte Licht wird bei seiner Ankunft an der obern Fläche durch diese wieder zumTheil nach oben (und zwar parallel mit den beim ersten Auftreffen des Strahlszurückgeworfenen Strahlen) austreten, zum Theil aber auch wieder nach unten re-slectirt werden. Dieser wieder abwärts gelenkte Theil wird durch die untere Flächevon neuem wieder theils parallel mit den schon zuvor durch dieselbe Fläche hindurch-gegangenen Strahlen austreten, theils nach oben reflectirt, von der obern Flächewieder theils gebrochen, theils nach unten reflectirt werden u. s. f.

Um eine einfachere Darstellung ohne Figur und Rechnung möglich zu ma-chen, wollen wir jetzt nur zwei nach oben reflectirte Strahlenbündel betrachten,und zwar diejenigen beiden, von denen das eine gleich beim ersten Auffallen auf dieobere Fläche zurückgeworfen wird, das andere aber nach dem Eindringen in diePlatte und einer Reflexion an der untern Fläche durch die obere Fläche austritt. Diebeiden genannten Strahlenbündel sind einander parallel, haben aber, obwol sie ur-sprünglich aus einer und derselben Welle stammen, nicht mehr einen gleichen Gang;man erkennt leicht, daß der in das Blättchen eingedrungene und dann erst nach obengeworfene Theil gegen den gleich an der Oberfläche reflectirten etwas zurückgebliebensein wird. Wieviel diese Verzögerung beträgt, hängt von der Dicke des Blättchensund von der Geschwindigkeit ab, mit welcher das Licht sich in demselben bewegt.Ist die Dicke des Blättchens unendlich gering, so würde diese Verzögerung Null sein;wenn die Dicke des Blättchens so weit wächst, daß sie gleich dem vierten Theile derLänge einer Lichtwelle wird, so gebraucht das in das Blättchen eingedrungene Licht-bündel eine Viertel Wellenlänge, um von der obern Fläche zur untern, und nochmalseine Viertel Wellenlänge, um wieder zur obern zurückzugelangen, sodaß es also hier-durch in seiner Bewegung gegen das andere um eine halbe Wellenlänge verzögertwird; beide parallele Lichtbündel gelangen durch die Brechung in unserm Augeauf einen Punkt der Netzhaut, und sollten daselbst eine entgegengesetzte Bewegungerzeugen, sich also zerstören und Dunkelheit veranlassen. Wächst die Dicke desBlättchens auf das Doppelte der eben genannten Dicke, sodaß das eine Lichtbündelgegen das andere durch den Wegeunterschied um eine ganze Wellenlänge verzögert wird,so sollten dieselben, weil sie jetzt wieder gleiche Bewegungen erzeugen wollen, sich ver-stärken. Wächst die Dicke des Blättchens so weit, daß die Verzögerung durch denWegeunterschied 1'/- Wellenlängen beträgt, so sollte wieder Dunkelheit entstehen, beinoch größerer Dicke und einer Verzögerung von zwei Wellenlängen wieder eine Ver-stärkung des Lichts u. s. w.

Das eben Ausgesprochene muß in unveränderter Weise auch von den beidenStrahlenbündeln gelten, welche durch das Blättchen hindurchgegangen sind und vondenen das eine die Dicke desselben nur einmal, das andere aber drei mal durch-laufen hat. Das erstere hat nur an der obern und untern Fläche eine Brechung,das zweite dagegen nach der Brechung an der obern Fläche eine Reflexion an deruntern, dann wieder eine Reflexion an der obern und endlich noch eine Brechung ander untern Fläche erlitten. Die beiden Bündel sollten sich verstärken, wo infolge desWegeunterschieds die Verzögerung des zweiten Bündels gegen das erste 0 oder 1,oder 2 u. s. w. Wellenlängen beträgt, und sich vernichten, wo dieselben '/-, 1'/-,2 /2 u. s. w. Wellenlängen ausmacht. Und so verhält es sich in diesem Falle, wo^ das Blättchen hindurchgegangenen Strahlen betrachtet werden, in der That.

Man kann alle diese Vorgänge auf einmal beobachten, wenn man nach Newton'sVorgänge z. B. ein sehr schwach gekrümmtes Linsenglas auf ein Planglas legt; esbleibt dann zwischen beiden Gläsern, die an einer Stelle sich berühre», ein sehr engermit Luft (oder wenn man Wasser dazwischengebracht hat, mit Wasser) erfüllter