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Zwöflter Band.
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618 Die Photographie.

Raum. dessen Dicke von dem Berührungspunkte aus ringsum gleichmäßig zunimmt;ist die Krümmung der Linse bekannt, so läßt sich die Dicke dieses Zwischenraums fürjede Entfernung vom Berührungspunkte leicht berechnen. Läßt man, wie vorausge-setzt, das rothe Licht des Sonnenspectrums auf diese beiden Gläser fallen, so erscheintim durchgelassenen Lichte der Berührungspunkt mit seiner unmittelbaren Umgebunghell im rothen Lichte; in einer Entfernung (entsprechend einer Dicke der Luftschicht,durch welche eine Verzögerung des einen Bündels um eine halbe Wellenlänge ent-steht) zeigt sich ein dunkler Ring um diesen hellen Raum, auf diesen folgt einHeller rother Ring (Verzögerung eine Wellenlänge), dann wieder ein dunkler, weiter-hin wieder ein rother u. s. f. ,

Betrachtet man die beiden Gläser aber nicht im durchgelassenen, sondern in demnach oben reflectirten Lichte, so erscheint der Berührungspunkt und seine nächste Um-gebung dunkel; diesen dunkeln Raum umgibt ein Heller rother Ring, dann folgt eindunkler Ring, dann wieder ein Heller u. s. w.; kurz die Erscheinungen sind geradedie umgekehrten als bei durchgehendem Lichte und als sie nach den obigen Erläute-rungen sein sollten. Der Grund dieses auffallenden Gegensatzes in dem Verhaltendes durchgegangenen und reflectirten Lichts liegt, wie die Vibrationstheorie nachweist,darin, daß außer der Verzögerung durch den Wegeunterschied auch noch Änderungenin dem Gange der Lichtwellen durch die Reflexion eintreten, die verschieden sind, jenachdem dieselbe an einer Fläche erfolgt, welche durch ein stärker oder schwächerbrechendes Mittel als das worin das Licht sich bewegt, begrenzt wird. In demFalle der beiden aufeinändergelegten Gläser mit dazwischen befindlicher dünner Luft-schicht verhält es sich gerade so, als ob in dem einen der beiden Strahlenbündelaußer der aus dem Wegeunterschiede sich ergebenden Verzögerung noch eine Ver-zögerung um eine halbe Wellenlänge einträte, sodaß hiernach also im reflectirten Lichtedie hellen Ringe in der That bei einer Dicke der dünnen Schicht erscheinen müssen,welche im Durchgehenden die dunkeln erzeugt, und umgekehrt.

Betrachtet man die beiden Gläser nacheinander in den verschiedenen farbigenStrahlen des Sonnenspectrums, so findet man den Durchmesser eines bestimmten Ringesam größten im rothen Lichte, kleiner im orangefarbenen, noch kleiner im gelben u. s. w.und am kleinsten im violetten, wie sogleich daraus sich ergibt, daß die violettenLichtwellen die kürzesten sind, also für sie schon bei geringerer Entfernung vom Be-rührungspunkte die zur Entstehung eines bestimmten Ringes erfoderliche Verzögerungeintritt, als für die andern farbige» Strahlen. Läßt man nun das farblose Sonnen-licht selbst, oder auch das zerstreute Tageslicht auf die beiden Gläser fallen, so bildensich für jede Farbe die hellen und dunkeln Ringe an den ihren Wellenlängen entspre-chenden Stellen; es werden daher an den verschiedenen Stellen gewisse farbige Strahleneinen hellen (in ihrer Farbe leuchtenden) Ring bilden, wo gerade andere Strahlensich aufheben. Zm Sonnenlichte erscheinen folglich die verschiedenen ringförmigenRäume um den Berührungspunkt nicht abwechselnd hell und dunkel, sondern jedes-mal mit der Mischungsfarbe aus allen denjenigen farbigen Strahlen gefärbt, welchedaselbst gerade ihre hellen Ringe erzeugen.

Newton hat die farbigen Ringe, wie sie unter den angegebenen Umständen imTageslicht erscheinen, in sieben Gruppen oder Ordnungen getheilt und die Dicken derLuftschichten an den betreffenden Stellen genau berechnet. Nachstehendes Verzeichnißgibt die Aufeinanderfolge der farbigen Ringe vom Berührungspunkte der Gläser ausim reflectirten Lichte; eine Vorstellung von der Dicke der Luftschichten geben die hinterden Farben stehenden Zahlen, welche die Dicke der diese Farbe erzeugenden Luftschichtin Millionentheilchen eines englischen Zolls nach Newton's Messungen ausdrücken.

1. Ordnung: Schwarz, Blau (2'/s), Weiß, Gelb, Orange, Roth (9);

2. „ Violett (11/H, Jndigoblau, Blau (14), Grün, Gelb, Orange,

Hellroth, Scharlachroth.

3. „ Purpurroth (21), Jndigoblau, Blau (23^), Grün, Gelb, Noth,

Bläulichroth.