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Zwöflter Band.
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620
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620 Die Photographie.

nicht zum Würfelsysteme gehörige Krystalle doppelt gebrochen und polarisirt, miteinem Worte verhalten sich im Allgemeinen in allen Beziehungen wie die Lichtstrah-len; was jedoch nicht ausschließt, daß nicht im Speciellen die quantitativen Verhält-nisse andere sein können.

Die Wärmestrahlen erleiden ferner auch beim Durchgänge durch ein dreiseitigesPrisma eine Zerstreuung oder Dispersion, sie erzeugen ein langgezogenes Wärme-spectrum (wenn wir diesen Ausdruck gebrauchen wollen), woraus wir ebenso wiebeim Lichte schließen, daß es verschiedene Wärmestrahlen gibt, und daß dieselben sichgerade wie die verschiedenfarbigen Lichtstrahlen durch ihre verschiedene Brechbarkeitunterscheiden. Es wird daher auch erlaubt sein nach der Analogie mit dem Lichtevon verschiedenen Wärmefarben zu reden.

Aus den seit 4830 mit großer Sorgfalt besonders von Melloni mittels einereigenthümlichen Vorrichtung zum Messen der strahlenden Wärme (der sogenanntenThermosaule) angestellten Versuchen hat sich ergeben, daß unter allen bisjetzt bekann-ten Substanzen nur eine einzige sich findet, welche in derselben Weise die Wärmedurchläßt, wie das farblose Glas das Licht; es ist das reine Steinsalz. Alle andernSubstanzen, selbst das klare für das Licht farblose Glas, verhalten sich gegen dieWärmestrahlen wie gefärbtes Glas gegen das Licht, d. h. verschlucken einen mehroder weniger großen Theil der auffallenden Wärmestrahlen. Handelt es sich alsodarum, ein möglichst vollständiges Spectrum der Wärmestrahlen zu bilden, so wirdman ein Prisma aus Steinsalz anwenden müssen, indem alle andern Substanzen,selbst das für das Licht vollkommen durchsichtige Glas, nur ein Wärmespectrum er-zeugen können, das einem durch' ein gefärbtes Glasprisma erzeugten Lichtspectrumanalog ist, in welchem also je nach der Beschaffenheit der Farbe des Prismas einTheil der im Sonnenlichte ursprünglich vorhandenen Strahlen fehlt.

Wendet man nun ein solches Steinsalzprisma an und läßt durch dieses dieSonnenstrahlen hindurchgehen, so findet man, daß ein Thermometer (oder bessereine sogenannte Melloni'sche Thermosaule) nicht nur an den Stellen Wärme nach-weist, an welchen farbiges Licht erscheint, sondern daß auch außerhalb des rothenEndes des Lichtspectrums noch Wärmestrahlen hingelangen, daß also das Wärme-spectrum ausgedehnter ist als das gewöhnliche sichtbare Lichtspectrum, und daß sogardas Maximum der Wärme in einem gewissen Abstände von dem Noth in demdunkeln Raume liegt. Auch ist die Größe der Wärmeerregung an den verschiedenenPunkten des sogenannten Wärmespectrums sehr verschieden. Melloni erhielt bei An-wendung eines Steinsalzprismas folgende Intensitäten für die verschiedenen farbigenRäume des Sonnenspectrums und jenseit des Rothen:

Farben.

Directe

Wärme.

Noch übrigbleibende Wärmenach dem Einschalten einer1 Linie dicken Wasserschicht.

Verluste bei diesem Durch-gänge in Procenten der di-rekten Wärme.

Violett.

2

2

0,M

Indigo.

5

4,s

0,io

Blau.

9

8

0,ti

Grün.

12

10

0,17

Gelb.

35

25

0,28

Orange ....

47

27

0,42

Roth.

58

25

0,57

Dunkel.

47

14

0,70

—.

35

9

0,74

—.

12

3

0,75

— .....

9

1

0,ss

—.

5

0,5

0,so

- .....

2

0

1,00