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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

Je weiter die farbigen Lichtstrahlen, vom violetten Ende des Spectrmnß ab nachdem rothen hin liegen, umsoweniger brechbar sind die Strahlen, um so größer istdie Länge ihre Wellen, um so kleiner die Anzahl ihrer Schwingungen in einer Se-cunde. Wenn nun Wärmestrahlen noch außerhalb des rothen Endes des Licht-spectrums fallen, so ist dies ein Beweis für das Vorhandensein von Wärmestrahlen,welche eine noch geringere Brechbarkeit besitzen als die rothen Lichtstrahlen, alsonoch längere Wellen und »och kleinere Schwingungszahlen haben als diese.

Die Entdeckung, daß außerhalb des rothen Endes noch Wärmestrahlen sichfinden, wurde im Jahre 1800 von W. Herschel gemacht. Herschel wollte unter-suchen, welche gefärbten Gläser am besten sich eigneten, um bei Sonnenbeobachtun-gen als Blendgläser benutzt zu werden, und nahm dabei hinter gewissen dunkelnGläsern eine größere Erwärmung wahr als hinter andern viel Hellern, was ihn zuder Vermuthung führte, daß das Vermögen zu wärmen und das Vermögen zuerleuchten nicht auf einerlei Art unter die farbigen Strahlen der Sonne vertheilt seinmöchte, wie er dies denn auch durch Messungen bestätigte und dabei die dunkelnWärmestrahlen jenseit des Rothen entdeckte.

Zwischen dem Vermögen der verschiedenen Körper die Wärmestrahlen durch-zulassen und dem für das Licht durchsichtig zu sein, hat sich bisjetzt gar kein Zu-sammenhang entdecken lassen; während eine klare wohlpolirte Platte aus Steinsalzund Alaun von leuchtenden Strahlen beinahe gleich gut durchdrungen wird, tre-ten von 100 auffallenden Wärmestrahlen ungefähr 92 Strahlen aus einer Stein-salzplatte (die fehlenden 8 sind durch Zurückweisungen an der Vorder- und Hinter-fläche nach vorwärts geworfen), dagegen aus einer 2,s""" dicken völlig durch-sichtigen Alaunplatte von 100 einfallenden nur 12 wieder aus. Im Allgemeinenwerden vorzugsweise, wie dies auch aus der zweiten und dritten verticalen Spalteder obigen Tabelle hervorgeht, die wenigst brechbaren Strahlen absorbirt. SowieLichtstrahlen, welche durch ein gefärbtes Glas gegangen sind, ein zweites dem erstengenau gleich gefärbtes Glas leichter durchdrängen, so gehen auch Wärmestrahlen,welche schon eine Platte durchdrungen und einen Theil eingebüßt haben, mit geringermVerluste durch eine zweite gleiche hindurch.

Die Beschaffenheit der Wärmestrahlen ist nach den verschiedenen Quellen, ausdenen sie stammen, sehr verschieden. Je höher die Temperatur derselben ist, um sogrößer wird die Menge der stärker brechbaren Strahlen, umsoweniger werden sie.also beim Durchgänge durch andere Körper absorbirt.

Die chemischen Wirkungen des Sonnenlichts.

Im Jahre 1773 beobachtete Scheele, daß das Sonnenlicht das weiße Chlor-silber schwärzt, und daß diese Eigenschaft besonders den violetten Strahlen zukommt,indem ein mit Chlorsilber bestrichenes und in das mittels Brechung in einem Glas-prisma gebildete Sonnenspectrum gelegtes Stückchen Papier in dem Violett schnellerals in den übrigen Farben geschwärzt wird. Da unter Wasser befindliches Chlorsilberbeim Aussetzen an das Sonnenlicht sich schwärzte und an das über ihm stehendeWasser freie Salzsäure abgab, so schrieb er, angemessen den damaligen chemischenAnsichten, diese Wirkung einer phlogistisirenden Kraft der Sonnenstrahlen zu, indemdieselben dem Hornsilber Phlogiston gäben und dasselbe dem metallischen Zustandenäher brächten. In einem dick mit schwarzer Farbe angestrichenen Glase wird dasChlorsilber, auch wenn es tagelang dem Sonnenlichte ausgesetzt ist, nicht schwarz;ebenso wenig wird darin Goldoxyd reducirt, oder die rauchende Salpetersäure rothgefärbt. Auch die nicht sichtbare Wärme des Ofens bewirkt keine solche Veränderung.

Scheele's Versuche wurden bald nachher (1782) von Senebier wiederholt underweitert; er nahm die Änderung der Farbe beim Chlorsilber auch bei bedecktemHimmel blos durch das sogenannte zerstreute Licht wahr, maß die Zeit, welche zumSchwärzen des Chlorsilbers in den verschiedenen Farben des, Sonnenspectrums er-foderlich war, und stellte Beobachtungen über die Schnelligkeit dieses Vorgangs nach