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Die Photographie.
Bedeckung des Chlorsilbers mit einer Schicht Wasser und gefärbten und nicht ge-färbten Glasplatten an. Er fand z. B. die zum Schwärzen nöthige Zeit im Violettdes Sonnenspectrums 15 Secunden, im Dunkelblau 23, im Blau 29, im Grün37 Secunden, im Gelb 5Minuten, im Roth 20 Minuten, wobei die letzten farbigenStrahlen selbst nach Dreiviertelstunden langer Einwirkung noch nicht eine so intensiv vio-lette Färbung des Chlorsilbers hervorgebracht hatten als das Violett. Während dasfarblose Sonnenlicht dem Chlorsilber eine violette Farbe ertheilt, glaubt Senebier indieser Farbe bei der Schwärzung im prismatischen Spectrum einen Stich ins Blauezu finden, und zwar solle diese blaue Farbe um so Heller werden, je weniger brechbardie aufgefallenen Strahlen gewesen seien.
Auch Berthollet bestätigte die chemische Wirkung des Lichtes (1786), wahrendNumford (1798) diesen Einfluß des Lichtes nicht durch eine chemische Verbindungdes Lichtstoffs mit diesen Substanzen, sondern durch die dabei entstehende oder durchAbsorption des Lichts bewirkte Erhitzung erklären wollte, aber von Juch widerlegt wurde.
Ritter's Entdeckung der chemischen Strahlen jenseit des Violett und eines Gegensatzes zwischender Wirkung der Strahlen von den beiden entgegengesetzten Enden des Spectrums.
In der Abhandlung, in welcher Herschel Beobachtungen über das ungleicheVermögen der Sonnenstrahlen zu leuchten und zu erwärmen, und seine Entdeckungder sogenannten dunkeln Wärmestrahle» mittheilt, spricht er die Hoffnung aus, daßseine Untersuchungen noch manche ähnliche nicht minder interessante Entdeckungen ver-anlassen dürften. Sollte sich z. B. in den chemischen Eigenschaften des Lichts eineebensolche Verschiedenheit finden als in ihrem Vermögen zu leuchten und zu er-wärmen ?
Solche nicht minder interessante Untersuchungen ließen auch nicht lange auf sichwarten; am 22. Febr. 1801 schon machte Ritter die Entdeckung, daß auch auf dervioletten Seite des Spectrums außerhalb desselben noch Sonnenstrahlen existiren, diezwar in dem durch ein Glasprisma erzeugten Spectrum nicht sichtbar sind, dagegensich durch ihre kräftige Einwirkung auf das Chlor-silber auszeichnen. Ritter war durchdie eben erwähnte Arbeit Herschel's zu der Vermuthung geführt worden, daß ebensowie auf der rothen Seite noch Sonnenstrahlen außerhalb des Spectrums liegen, einGleiches auch jenseit des violetten Endes stattfinden werde; zu ihrer Wahrnehmungwählte er, da Herschel im Stande der Thermometer an diesen Stellen keine Ände-rung wahrnahm, einen weißen Papierstreifen, den er mit feuchtem, frisch zubereitetemChlorsilber überstrich; dieser Überzug begann zuerst in beträchtlicher Entfernnng vomäußersten Violett schwarz zu werden, welche Farbenänderung nach einiger Zeit dannim Violett, und später auch in dem ins Grüne sich verlierenden Blau eintrat. ImGelben, Rothen und jenseit des letzter» blieb auch nach langem Liegen im Spectrumdas Chlorsilber weiß.
Nachdem Ritter einen ebenso zubereiteten Streifen Papier eine kurze Zeit demfreien Sonnenlichte ausgesetzt hatte und denselben überall mäßig und gleichförmiggefärbt sah, legte er ihn 5—10 Minuten lang in das Spectrum und fand nachherdas Chlorsilber im Violett, und am stärksten noch außerhalb des Violett dunklergeworden. Dagegen zeigte sich auf der rothen Seite und ganz besonders etwasaußerhalb des Rothen die Farbe lichter, sodaß also in diesem Versuche die Farbenvon dem einen Ende des Spectrums eine gerade entgegengesetzte Wirkung ausgeübthätten als die Strahlen vom entgegengesetzten Ende. Während die Strahlen vomvioletten Ende nach Ritter eine Neduction erzeugten, sollten die Strahlen vom ro-then die entgegengesetzte Wirkung, nämlich eine Oxydation hervorrufen, eine Ansicht,der schon Wollaston widersprach, weil nach seinen Versuchen das Guajakharz inGegenwart von Sauerstoff sich gerade umgekehrt verhalte, indem es sich in denvioletten Strahlen unter Einsaugung von Sauerstoff grün färbe, während diegrüne Farbe unter dem Einflüsse der weniger brechbaren Strahlen wieder in diegelbe verwandelt werde. Obgleich also auch Wollaston den Gegensatz der beiden En-