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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

und einem Metalle nicht sehr groß, so kann das Metall aus seinen Verbindungen selbstganz metallisch ausgeschieden werden, wie z. B. das Gold aus dem Goldchlorid unddem Gvldvxyd, sodaß in diesem Falle-also sämmtliches Chlor oder sämmtlicher Sauer-stoff abgeschieden wird.

Andererseits sind nun schwefelsaures Eisenoxydul, Gallussäure und Pyrogallus-säure Substanzen, welche mit großer Begierde Sauerstoff aufzunehmen streben, unddenselben daher allen Substanzen, die ihn nicht sehr festgebunden haben, entziehen;in ähnlicher Weise Verhalten sie sich auch gegen Chlorverbindungen. An der Lustverwandelt sich das schwefelsaure Eisenoxydul in ein Oxydsalz; wird es zu einer Lö-suiig von Goldchlorid gesetzt, so schlägt es das Gold in metallischer Form als dun-kelbraunes Pulver nieder, das durch Druck den Glanz des Goldes annimmt. EineLösung von Gallussäure erhält sich unverändert, wenn die Lust abgehalten ist, zer-setzt sich aber bei dem Zutritt derselben durch Aufnahme von Sauerstoff, färbt sichbraun und setzt eine schwarzbraune zu den sogenannten Huminstoffen gehörige Sub-stanz ab; ähnlich verhält sie sich gegen Chlor; sie reducirk das Gold aus der Lösungdes Chlorgoldes; eine Auflösung von salpetersaucrm Silberoxyd fällt sie zwar nicht

sogleich, nach einiger Zeit scheidet sie indessen auch hier das Silber metallisch aus.

Ähnlich, aber schneller und stärker als die Gallussäure wirkt die Pyrogallussäure,sodaß ihre Lösung in Wasser beim Stehen an der Luft in wenigen Tagen zersetzt

ist. Ihre Anziehung zum Sauerstoff ist selbst starker als die des Eisenoxyduls, was

daraus hervorgeht, daß beim Zusatz der Lösung von schwcfclsauerm Eisenoxyd zu einerLösung von Pyrogallussäure, das Eisenoxyd zu Eisenoxydul reducirt wird, währenddie Pyrogallussäure sich in eine huminartige braune Substanz verwandelt.

In Kalilauge suspendirtes Eisenoxydulhydrat, in überschüssiger Kalilauge auf-gelöste Gallussäure oder Pyrogallussäure absorbiern den Sauerstoff aus der Luft soschnell, und namentlich die letztere Säure, daß mau die angegebenen Flüssigkeiten so-gar zur Analyse von sauerstvffhaltigen Gasen in Anwendung gebracht hat. Ausdiesen Angaben folgt, daß die chemischen Einflüsse der drei genannten Substanzenden zuvor aufgeführten Wirkungen des Lichts im Allgemeinen gleichen.

Wir sahen nun in dem über die schönen Untersuchungen von Stockes handelndenAbschnitte, daß das Licht durch seine Einwirkung auf gewisse Substanzen dieselbenleuchtend macht, solange sie seinem Einflüsse unterworfen sind, und fanden eine na-turgemäße Erklärung dieser Erscheinungen in der Annahme, daß das Licht zwar nichtdie Kraft habe, die chemischen Verbindungen der Substanzen, welche die Eigenschaftbesitzen, Licht zu dispergire», zu zerlegen, aber wol durch seine Schwingungen die-selben in ihren Molecularverhältnissen zu erschüttern und ihren Zusammenhang zulockern. Die gleich darauf erwähnten Erscheinungen der sogenannten Phosphorescenzliefern uns dann einen Beleg dafür, daß ein solcher durch das Licht erregter Zu-stand auch noch einige Zeit hindurch fortdauern kann.

Daß das Chlor- und Jodstlber bei einer so kurzen Bestrahlung als überhauptnöthig ist, um nachher durch die Lösung des schwefelsauer« Eisenvxyduls, der Gal-lus- und Pyrogallussäure dunkel gefärbt (reducirt) zu werden, schon eine merklichechemische Zersetzung erlitten habe, ist aus mancherlei Gründen, deren Auseinander-setzung jedoch hier zu weit führen würde, nicht wahrscheinlich; bei weitem zulässi-ger erscheint die Annahme, daß durch den Einfluß der Lichtschwingungen der Zu-sammenhang zwischen dem Chlor (Jod) und dem Silber in ähnlicher Weise wie beider oben erwähnten Dispersion des Lichts gelockert sei und in dieser weniger innig ver-bundenen Weise auch nach dem Aufhören der Bestrahlung fortbestehen bleibe. DieLockerung des Zusammenhangs wird um so größer ausfallen, je länger oder stärkerdie Bestrahlung an einer Stelle gewesen ist, was daraus erhellt, daß sie bei nochlängerer Einwirkung sozusagen vollständig wird, d. h. die gänzliche Abtrennung einesTheils der Bestandtheile eintritt.

Die große Anziehung der drei schon öfter genannten Substanzen zu dem Sauer-stoff und Chlor haben wir vorhin genauer kennen gelernt; es wird uns also jetzt