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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

Frühern die Brennpunkte der am stärksten chemisch wirkenden Strahlen etwas naher ian der Linse zu suchen haben; wir müßten also, wenn diese Strahlen ihren Brenn- IPunkt auf der Papierfläche bilden sollten, das Papier um eine gewisse Große derLinse nähern. Bei achromatischen Linsen ist allerdings diese Abweichung zwischenden Brennpunkten der leuchtenden und der chemisch wirkenden Strahlen nicht sostärkt wird aber doch immer in den meisten Fällen noch merklich genug sein, um dieSchärfe des Bildes zu beeinträchtigen; es möchte sich wol selten bei einer solchen ,Linse ein Zusammentreffen der Brennpunkte der leuchtenden und chemischen Strahlenfinden. Bei einer achromatischen Linse läßt sich nun aber nicht einmal, ohne daßman weiß in welcher Weise die Krümmungen ihrer Flächen berechnet sind, entschei-den, ob der Brennpunkt der chemischen Strahlen näher oder ferner an der Linseliegt, als der Brennpunkt der leuchtenden; es bedarf dazu erst eines speciellenVersuchs.

Wenn das Photographische Papier naß in die 6smsrs ob8vnrg gebracht, alsowie früher angegeben auf eine Glasplatte gelegt werden muß,, so erleiden durch „dieBrechung in diesem Glase mit parallelen Flächen die Brennpunkte eine gewisse Än-derung in ihrer Lage. Sollen also die Brennpunkte genau auf die Päpierflächefallen, so muß auch die Dicke des Glases mit in Betracht gezogen werden. >

Sowol die Abweichung in der Lage der Brennpunkte der leuchtenden und derchemisch wirkenden Strahlen, als auch der Einfluß der Brechung in der Glasplattelassen sich durch einen einfachen Versuch bestimmen und unschädlich machen. Manschreibe nach dem sehr zweckmäßigen Vorschlage von Martin auf ein Blatt Papiermehre Reihen großer Buchstaben in gleichen Abständen untereinander, klebedasselbe auf Pappe und stelle es schräg wie ein Notenpult vor der 6amsrs od8curaso aus, daß die mittelste horizontale Reihe genau dieselbe Entfernung von dem Ob-jective erhält, wie der Gegenstand, dessen Bild erzeugt werden soll. Darauf stelle ^man die Linse so ein, daß das Bild der mittelsten horizontalen Buchstabenreihe voll-,kommen scharf auf dem matten Glase erscheint, ersetze den Schieber mit dem mattenGlase durch den Schieber mit dem Photographischen Papier, dessen empfindliche Flächemöglichst genau an die Stelle der matten Glasfläche tritt, und erzeuge nach einemder oben angegebenen Verfahren ein Bild auf dem Papiere. Nach Vollendung des- ^selben wird nicht die mittelste Reihe, deren Bild scharf auf der Glasfläche erschien,sondern eine andere Reihe sich scharf abgebildet zeigen. Gesetzt, es sei dies eine obereReihe, deren Entfernung von der Linse z. B. zwei Zoll mehr beträgt als die mittlere,so wird man daraus schließen, daß man, um die mittlere Reihe bei einem zweiten Ver-suche scharf aus dem Papiere zu erhalten, nicht diese Reihe selbst auf dem mattenGlase, sondern eine untere, welche der Linse zwei Zoll näher steht als die mittlere,scharf einzustellen hat. Handelt es sich also darum, eine Person zu Porträtiren, sowird man, um z. B. die Augen derselben im Bilde scharf zu erhalten, einen beschrie-benen Papierstreifen zwei Zoll vor ihre Augen halten lassen und die Linse so stellen,daß das Bild des Streifens auf dem matten Glase scharf erscheint; auf der Pho-tographie werden dann die Augen scharf abgebildet sich zeigen.. Man sieht leicht,daß bei diesem Verfahren auch etwaige Abweichungen in der Lage der matten Glas-fläche und der empfindlichen Papierfläche mit corrigirt werden, sobald nur diese Ab-weichung stets dieselbe ist, was leicht zu bewerkstelligen, wenn man den Nahmen idurch eine hinten im Falze gelegene Feder scharf an den vordem Rand dieses Falzes,in den er eingeschoben wird, andrücken läßt. Es möchte nicht überflüssig sein, nochbesonders zu bemerken, daß die auf die angegebene Weise ausgemittelte Correctionnicht für alle Entfernungen dieselbe bleibt, sondern für jede solche Entfernung beson-ders bestimmt werden muß.

Wenn es sich um die Abbildung eines kleinen Kupferstichs handelt, der inverticaler Stellung vor der Lsmera obsours aufgestellt ist, so haben alle seine Punktenahe gleichen Abstand von der Linse/ und werden also gleichzeitig auf dem mattenGlase und dem Photographischen Papiere scharfe Bilder geben. Dies gilt nicht mehr