Die Photographie. , 669
dem mit SchwefelsäuO angesäuerten Wasser entwickelten Wasserstoffs gibt also un-mittelbar das Volumen des mit dem Silber in Verbindung getretenen Chlors.
. Durch specielle Versuche hat Becquerel bestimmt, wie viele Kubikcentimeter Chlor(oder was auf Dasselbe hinauslauft Wasserstoff) für jedes Quadratdecimeter Ober-fläche der Silberplatke entwickelt werden müssen, damit auf dieser die Farbe einerbestimmten Ordnung entstehe. Die nachfolgende Tabelle enthält in der ersten verticalenSpalte die Anzahl Kubikcentimeter Chlor, welche sich mit einem Quadratdecimeter Ober-fläche verbinden müssen, um die in der zweiten Spalte , genannte Farbe zu erzeugen.Mit der Annahme, daß die Dichtigkeit des erzeugten Überzugs der Dichtigkeit desweißen Chlorsilbers gleich sei, erhielt Becquerel die Zahlen in der dritten Spalteals die entsprechenden Dicken der erzeugten Schicht.
Kubikcentimeter Chlorgasbei gewöhnlichem Atmo-sphärendruck auf 1 Qua-dratdeckmeter.
Dicke der empfindlich
nach der Ordnung her Farben dünner Platten.
en Schicht
unter Annahme einer Dichtigkeit deSSilberchlorürs von 5,2,- berechnet.
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Das Violett der zweiten Ordnung beginntsich zu zeigen.
Violett der dritten Ordnung, gute farbigeBilder gebend.
Farben der vierten Ordnung, schöne far-bige Darstellungen des Sonnenspectrumsliefernd.
0,0MS8"""
0,MOS2 — 0,MOSS
0,M1S8—0,00tS8"""
Ist die beabsichtigte Dicke des Überzugs eingetreten, so wird die Platte inschwach geneigter Lage durch die Flamme einer Spirituslampe und leichtes Blasenüber ihre Oberfläche getrocknet. Bei Kerzenlicht betrachtet, scheint die Platte miteinem leichten weißen Staube wie mit einem schwachen Schleier bedeckt; man entferntihn durch Darüberhinfahren mit einer Sammetfeile, sodaß die Platte glänzend wirdund eine ziemlich dunkle Holzfarbe annimmt. In diesem Zustande ist sie zur Aus-nahme farbiger Eindrücke sehr geeignet; durch Politur werden die verschiedenen Far-ben lebhafter. Je dünner die auf ihr befindliche Schicht, desto empfindlicher ist sie,gibt aber die Farben weniger schön.
Erhitzt man eine solche Platte mit der Flamme einer Spirituslampe bis gegen100° C., so färbt sie sich rosa; beim Erhitzen über 200° schmilzt das Chlorsilberund verliert seine Empfindlichkeit. Das Licht wirkt auf eine bis gegen 100° C.erhitzte Platte anders als zuvor; das zerstreute Licht oder auch das direcke Sonnen-licht ruft auf derselben Weiß hervor; die Farbentöne der Bilder sind licht, anstatt wiezuvor dunkel. Ist in dieser Beziehung das Erhitzen Vortheilhaft, so führt es da-gegen in anderer Hinsicht Übelstände mit sich; vor dem Erhitzen erscheinen die gelben,grünen und blauen Farbentöne aus der Platte recht gut; ist die Platte etwas zustark erhitzt, so werden die gelben und grünen Nüancen viel schwächer und ziehenins Weiße. Um dies zu vermeiden, setzte Becquerel die Platten mehre Tage langnur einer niedrigern Temperatur von 30 — 35° aus; nach 8 —10 Tagen fander die Platten im geeignetsten Zustande für gewisse Versuche; besonders brauchbarwaren sie zur Darstellung von Bildern in der Lsmsrs ob8ouro.
Setzt man die mit der empfindlichen Schicht bedeckte Silberplatte, anstatt sie zuerwärmen, den äußersten rothen Strahlen aus, wie sie z. B. durch ein mit Kupferoxydulroth und durch ein zweites mit Kobaltoxydul blau gefärbtes Glas hindurchgehen, sommmt die Platte eine violette Farbe an, die aber bald dunkelt und ins Schwarze zieht.Vei Anwendung des Sonnenlichts genügt eine Bestrahlung von einer bis zweiStunden, wahrend bei zerstreutem Tageslichte ebenso viel Tage dazu nöthig sind.Stellt man eine solche Platte in das Sonnenspeckrum oder in die llsmsra osiseura, soerhmlt man lichte Farben auf dunkelm Grunde; das weiße Licht gibt, wenn auchnicht mit der Intensität wie auf erhitzten Platten, aber doch noch erträglich Weiß.