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Die Photographie.
Die rothen Lichtstrahlen ertheilen hiernach der Platte dieselben Eigenschaften wie dieWärme, aber mit dem„Vorzuge, daß der Grund dunkel bleibt, während er beimErhitzen rosa wird. Übrigens erscheinen die gelben und grünen Farben auf denvom rothen Lichte bestrahlten Platten sehr schön, was nach einer bloßen Erwärmungnicht stattfindet. Die analoge Wirkung der Wärme und der rothen Strahlen istum so merkwürdiger, als die letztem gerade dem Theile des Sonnenspcctrums an-gehören, in welchem sich die größte Wärme zeigt. Zu manchen Fällen hat Becquerelmit Vortheil der Bestrahlung mit rothem Lichte noch eine schwache Erwärmungfolgen lassen.
Um die Wirkung der verschiedenen farbigen Lichtstrahlen auf die nach der einenoder der andern Art zubereitete Silberplatte zu untersuchen, stellte Becquerel diePlatten in das Spectrum des Sonnenlichts, das durch Brechung in Prismen ausSchwefelkohlenstoff oder Flintglas in einem dunkeln Zimmer erzeugt wurde, in wel-ches er mittels eines Heliostaten ein Lichtbündel durch einen schmalen Schlitz imFensterladen leitete.
Als Becquerel in dieses Spectrum eine mit der Chlorverbindung überzogenePlatte brachte, die aber zuvor weder erhitzt noch auch den rothen Strahlen aus-gesetzt war, begann die Platte sich zuerst im Grün, Gelb, Orange und Noth zufärben, also in den leuchtendsten Theilen des Spectrums; und zwar erzeugte jedeFarbe des Spectrums die ihr entsprechende. Bei Fortdauer der Bestrahlung be-gannen dann auch Blau .und Violett zu erscheinen, während die andern Farben anGlanz wuchsen. Nur das äußerste Roth, das zu Ansang auf der Platte dieselbeNüancc hat wie die Strahlen des Spectrums, dunkelt rasch und geht in ein dunklesViolett über. Die Färbung des Chlorsilbers zeigt sich übrigens auch noch etwasaußerhalb des Roth. Nach einigen Stunden erhält man selbst bei einem nicht sehrlichtstarken Spectrum eine sehr schöne Darstellung des Sonnenspectrums mit allenseinen Nüancen (mit Ausnahme des äußersten Roth).
Läßt man die Silberplatte länger als eben angegeben dem Sonnenlichte aus-gesetzt, so beginnt eine graue Farbe zunächst im Gelb und Grün zu entstehen, diesich bei Fortdauer der Lichtentwickelung auch auf die andern Theile der Platteerstreckt und zuletzt durch vollständige Zersetzung der empfindlichen Schicht im ganzenSpectrum eine gleichmäßige Farbe erzeugen würde. Man erkennt hieraus, daß jederfarbige Strahl auf der empfindlichen Substanz, die er trifft, nur wahrend einesÜbergangszustandes die ihm entsprechende Farbe hervorruft; sobald die chemischenUmwandlungen, welche die Strahlen hervorrufen, ganz beendigt sind, sind auch dieFarben verschwunden.
Die auf die angegebene Weise mittels der galvanischen Säule sehr schnell mitdem Silberchlorür überzogenen Platten fand Becquerel, wie soeben angeführt, nur indem sichtbaren Theile des Spectrums und außerdem noch etwas außerhalb des Rothenverändert, dagegen zeigte sich jenseit des Violett keine Einwirkung. Bei frühernVersuchen hatte es Becquerel nicht gelingen wollen die Wirkung der überviolettenStrahlen -zu beseitigen; er schreibt die Eindrücke, die er damals auf-den durch Ein-tauchen in Chlorkupfer mit Silberchlorür überzogenen Platten durch die überviolettenStrahlen des Sonnenlichts erhalten hatte, einer Beimengung von gewöhnlichem weißenChlorsilber (Silbcrchlorid) zu, die er bei seinem neuen Verfahren mittels der Volta'schenSäule durch die Schnelligkeit der Erzeugung des Silberchlorürs beseitigt zu ha-ben glaubt.
Bringt man eine mit Silberchlorür überzogene Platte, die man in der obenangegebenen Weise erhitzt hat, in das Spectrum des Sonnenlichts, so werden dieFarben im Gegensatz gegen den dunkeln Grund der Platte Heller; indessen sind diegelben und grünen Farben weniger deutlich, was jedoch, wie schon erwähnt, durchnur schwache Erhitzung zum Theil vermieden werden kann.
Auf einer nach Erzeugung des Überzugs von Silberchlorür den äußerstenrothen Strahlen hinreichend lange ausgesetzten Platte erzeugt das Sonnenspectrum