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Zwöflter Band.
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Die orientalische Frage.

beständig durch Lord Palmerston angetrieben abzureisen, und beständig mich dessen ^

weigernd, bis jener Zeitraum verflossen war. Meine Maßregeln waren: Vermehrungder englischen Seemacht, entschiedener Widerstand gegen Rußland, Befestigung des j

Bündnisses mit Frankreich und Richtung desselben auf die gleichen Zwecke, Zerstö-rung des Systems der Dragomanie, Anerkennung der Unabhängigkeit Circassiens, '

Einigung der Politik der Türkei und Persiens und, vor allem, Annahme eines Han- ^

delsvertrags zwischen der Türkei und England, welcher die ausschließlichen Vorrechte /

Rußlands in der Türkei zerstören, und mittels der Berechtigung Englands alle ;

Theile des türkischen Reichs in vollkommene Abhängigkeit von: Sultan bringen, eines ^

Vertrags, der ferner England die Verpflichtung zur Vertheidigung der Pforte gegenRußland auferlegen und durch den Beitritt der übrigen europäischen Höfe die Türkeiunter den Schuß des Völkerrechts stellen sollte. Die Pforte würde zugleich sich be-reiterklä'rt haben, die Kriegsschiffe Englands und aller andern Mächte im Schwär- Izen Meere zuzulassen. Diese politischen und Handelsmaßregeln sollten zugleich er-folgen mit einem ähnlichen Vertrage zwischen Persien und England und mit einem ldritten zwischen England- und Östreich. Nachdem ich die Annahme aller dieser Ent-würfe ausgewirkt, reiste ich nach Konstantinopel ab."

Der Eindruck dieser Stelle kann kein anderer sein als: Urquhart war der An-sicht, Lord Palmerston habe ihn zum Gesandtschaftssecretär ernannt, um ihn loszu-werden. Wir halten dies, auch nicht für unbegründet. Allerdings, Urquhart warim Begriff abzureisen; man wäre ihn also auch ohne die Ernennung losgeworden.

Aber es handelte sich nicht blos um seine zeitweilige Entfernung. Die Reise, dieer vorhatte und deren Zwecke mit dem König durchgesprochen waren, ließ eine neueThätigkeit Urquhart's im Osten, eine fortwährende Einwirkung auf den König, undnach seiner Rückkehr eine ganze Liste von neuen Entwürfen erwarten. Ging Urqu-hart nach Konstantinopel als Gesandtschaftssecretär, so war er in einer amtlichen,untergeordneten, nichts weniger als unabhängigen Stellung. Daß er mittelbar demAuswärtigen Amt untergeordnet war, kommt weniger in Betracht als der Umstand,daß überhaupt seine ganz freie, rücksichtlose Bewegung — seine unruhige Geschäftig- ikeit, denn in diesem Lichte mußte sie dem Minister erscheinen — ein Ziel fand. DasJahr vorher schon hatte Lord Palmerston ihn zum Generalconsul in Konstantinopel !

ernannt, Urquhart lehnte es ab, der türkische Gesandte machte Vorstellungen, als ob ^

es unanständig wäre, einem bei der Pforte in solchem Ansehen stehenden Mann eineso -geringe Stelle anzubieten.

Nun aber nehmen wir Urquhart's eigene Darstellung des Verfolgs. Der neu-ernannte Gesandtschaftssecretär verweilt, dem ausgesprochenen Willen, dem wieder-holten Drängen des Departementschefs zuwider, ein volles Jahr in London. DaSist, wie Jedermann sieht, pur möglich, wenn eine höhere Macht ihn hält. Diesehöhere Macht ist der König. Der Secretär fährt fort, mittels seines Einflusses beimKönig dem Cabinet eine nicht kleine Liste von Maßregeln zur Annahme und der-cinstigen Durchführung aufzudrängen. Sie werden angenommen. Nun geht er aufseinen Posten ab.

Lord Palmerston müßte nicht er selbst, er müßte der sich selbst am meistenmißtrauende, sich selbst am tiefsten in den Hintergrund stellende aller Sterblichensein, wenn er nicht höchlich unzufrieden wäre mit diesem Secretär, und wenn ernickt die erste Gelegenheit wahrgenommen hätte, um die Ausführung der im All-gemeinen angenommenen Entwürfe zu vertagen oder zu verändern oder ganz liegenzu lassen.

Jene, Urquhart's eigene Darstellung vollendet die Begründung der Nothwendig- ^keit eines Scheiterns seiner Entwürfe. !

Dcs Königs Einfluß drückt auf den Minister, der, um Minister zu bleiben, !scheinbar nachgibt, der Sache nach aber nichts mehr wünscht, als dieser Art von ^Einrede und Belehrung überhoben zu sein. Hätte der König an Palmerston's Stelle,dessen auswärtige Politik einmal ihre bestimmte Farbe gezeigt hatte, einen ander»