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Die orientalische Frage.
wenn man Rußland sich entgegensetze, daß vielmehr Rußland jedes Mittel recht sei,auch ein revolutionäres, um die Selbständigkeit der Caöinete, auf deren willenloseFolgsamkeit es zähle, niederzuhalten — das war offenbar eine wesentliche Ausgabedes „kortt'olia". In diesem Sinn wurden von Anfang an auch in Deutschland Ver-bindungen angeknüpft und zu Beiträgen aus Deutschland aufgelodert. Der Ver-fasser gegenwärtiger Arbeit will sich hiermit zu den „Banks ok tlls LIbs" datirtenund „Ssrinanlons Vinäsx" unterzeichneten Beiträgen bekannt haben. Sind späterauch aus Deutschland einzelne Mittheilungen erfolgt, welche innere Zerwürfnisse pro-vinzieller Art auf den großen Markt trugen, so war es zu einer Zeit, als die obersteLeitung schwankte und um das nachlassende Interesse zu unterstützen, mit weniger Aus-wahl nach pikant scheinendem Stoffe zu greifen begann. Urquhart selbst pflegt vorzugs-weise die ersten 23 Nummern (bis zum Juni 1836) als die seinigen anzuerkennen.
Am konsequentesten ist der von Urquhart selbst aufgestellte Grundsatz in Bezugauf die innere Politik Großbritanniens durchgeführt. Aus -keinem Aufsätze wird manschließen können, zu welcher der beiden großen Parteien (damals konnte man vonsolchen noch reden) die Redaction sich zähle. Während Lord Palmerston Ministerwar, wurden Rücksichten genommen auf Wellington und Aberdeen, um jedes Mis-Verständniß fernzuhalten. Alle Parteien zur Erhaltung der Nationalitäten zu einigen,war die Aufgabe. Sie iß meisterhaft gelost und ohne Beispiel ist das Zusammen-wirken der Presse in allen ihren Farben (immer mit Ausnahme der Manchester-schule), zu dem einen Zweck. Doch war es eine kurze Einigkeit.
Über die Stellung des „kortloüo" zur Regierung gab das Journal selbst diesenAufschluß: wenn das „Uortkolio" nicht heute der Ausdruck der Ansichten der englischenRegierung sei, so könne doch morgen die englische Politik der Ausdruck der Ansichtendes „kortkolio" werden. Dies ist genau die Stimmung, in welcher Urquhart, als erendlich nach Konstantinopel abreiste, auf die Früchte seines verlängerten Urlaubszurückblickte.
Später als Alles vorüber, als zwischen ihm und der Regierung eine tiefe Kluftbefestigt war, später fand er für gut, die Welt über Lord Palmerston's Verhältnißzum „Uortsnlio" zu belehren. Das „kortkolio", sagte er zuerst in Glasgow am 23. Mai1838, fei nicht ohne die Sanction der damaligen Regierung erschienen. In einemSchreiben an Lord Palmerston (vom 20. Sepk. 1837, veröffentlicht am 21. Juni1858) sagte er mit directen Worten, das „Uortkolio" habe mit dem Auswärtigen Amtin Verbindung gestanden. Lord Palmerston stellte dies in ebenso bestimmten Wor-ten in Abrede. Darüber entspann sich eine in den Blättern geführte Correspondenz(s. die „ssiinos" vom 26. Juli 1838, vom 25. und 30. Jan. 1839) zwischen Urquhartund dem Unterstaatssecretär Backhouse. Unzweifelhaft ergibt sich daraus, daß LordPalmerston und sein Unterstaatssecretär, wenn auch vielleicht nicht in amtlicher Eigen-schaft, sich mit Urquhart in Erörterungen eingelassen haben über die Zweckmäßigkeitder Veröffentlichung dieses oder jenes Aktenstücks. Daraus ist übrigens, beiläufiggesagt, keineswegs zu folgern, daß die Aktenstücke dem britischen Archiv entnommengewesen. Sondern sie waren eben wirklich aus verschiedenen Quellen; Einiges ist inden Händen Urquhart's und seiner Freunde zurückgeblieben und in der Neuen Folgedes „Uortkolio" (1813) veröffentlicht. Anderes ist seitdem in der öfters angeführtenpariser Sammlung ans Licht gestellt.
Kommen wir noch einmal darauf zurück: die Welt erwartete ein sehr entschie-denes Auftreten Englands gegen Rußland. Urquhart selbst verließ London in dem >Glauben, die englische Politik werde morgen der Ausdruck der Ansichten des „Lortkolio" >
werden. Seine eigene Ernennung, die Ernennung von John M'Neill, dem Verfasser j
einer weitverbreiteten, energischen historischen Skizze: „lkds progross oküussig in tlisLast", zum Gesandschaftssecretär in Teheran (während Urquhart auf Pcrsiens Ver-hältniß zur Pforte so großen Werth legte), Dies und Anderes, nicht zu vergessendes Königs warme Theilnahme, schien Bürgschaft dafür zu geben. Vor uns liegtabschriftlich der Brief eines im Osten seit vielen Jahren heimischen englischen Arztes,