Krankheiten cler Metallvergolder. 65Krankheiten der Metallvergolder»
Um die Krankheiten der Vergolder richtig zubeurtheilen, mufs man das ganze Verfahren, wor-aus die Kirnst zu vergolden besteht, kennen. Des-halb dürfte eine kurze Beschreibung dieses Ver-fahrens hier am rechten Orte stehen:
Wenn der Gegenstand, den man vergoldenwill, in Bronze geschmelzt ist, und durch den Gufsseine Form erhalten hat, so kommt er zum Gra-veur, oder zum Dreher; von diesem erhält ihnder Vergolder, welcher ihn wieder aufschmelztund\läutert, indem er die oxydirte Oberfläche desMetalles mit Salpetersäm'e oder verdünnter Schwe-felsäure auflöset. Ist das Metall sodann wohl ge-putzt und 'ganz vom Grünspan gereinigt, und hates allenthalben den gehörigen Metallglanz, sowäscht man es tüchtig mit Wasser, trocknet essodann ab, entweder durch Beiben mit leinenenLappen, oder durch Hin- und Herrollen in trocke-ner Lohe, und in Kleye oder Sägespänen.
Der Vergolder bereitet nun eine Mischung vonGold und Quecksilber, und überzieht damit dasvorhabende Stück, mittelst einer Art von Pinsel,der aus messingenen Fäden gemacht ist und Kratz-bürste heifst. Diese netzt er'mit etwas reiner,oder mit aufgelöstem Quecksilber vermischter, Sal-petersäure ; verarbeitet die obige Mischung so gleich-mäfsig als möglich, indem er die Stellen, die mattgearbeitet oder mit Zierrathen versehen werdensollen, stärker, die glatt zu polirenden Stellen abernur schwach mit der Goldmischung überzieht.Der Vergolder wäscht sofort das so weit fertigeStück mit Wasser, macht es trocken und bringtes dann nach und nach in die zur Zersetzung derGoldmischung nöthige Temperatur, in der dasQuecksilber flüchtig gemacht wird, ohne die Bronzeroth zu machen. Während dies geschieht, nimmtder Arbeiter das Stück oft aus dem Feuer heraus,und bürstet es nach allen Richtungen mit einergewöhnlichen Bürste. Da nun die Goldmisclmngin der Hitze flüssiger wird, und aus den Poren
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