66 Krankheiten der Metallvergolder.
des Kupfers sich herauszicht, so wird sie durchdieses-Verfahren noch gleichmäfsiger verarbeitet.—Sobald alles Quecksilber verflüchtigt worden, über-zieht man, wenn dies für nötliig gehalten wird,das Stück mit einer neuen Lage von Goldmischung;man bringt es abermals auf’s Feuer und wieder-holt die .angegebene Operation so oft als erforder-lich ist, um dem Werke die verlangte Vergoldungzu geben. Ist cs so weit fertig, so wäscht man esinmitEssig säuerlich gemachtem Wasser, und in die-sem Wasser liegend, bürstet man es mit neuen unddei'ben Kratzbürsten. Man giefst hierauf wiederhelles Wasser darüber, trocknet es, indem man esin der Lohe herum rollt, in Sägespänen oderrecht trockener Kleye, und reibt es dann mit ei-nem leinenen Lappen oder bürstet es ab. Wennes bis zu diesem Punkt gekommen ist, dann hat;das vergoldete Stück eine schmutziggclbe Farbe,und man kann es nun nach Belieben matt arbei- Jten, rauh oder glatt poliren, oder ihm die Farbe |des rohen Goldes geben, (S. hierüber D’Arcct.)—
Die meisten dieser Operationen sind der Ge- ’sundheit, sehr schädlich:
l) Das nochmalige Glühen der Stücke, die ^vergoldet werden sollen, entwickelt Dünste vondem Kupfer und dem oxydirl.cn Zink, welche oll;heftige Koliken und mit diesen zuweilen die furcht-barsten Schmerzen erzeugen. — 2) Indem die ge-glühete Bronze polirt und vom Grünspan gesäubertwird, entwickelt sie sauerstoffhaltige Dünste, wel-che die Brust des Arbeiters, zumal wenn diesenicht die stärkste ist, heftig angreifen; sie verur-sachen Hüsten, Trockenheit und Reiz in der Kehleund in der Lunge. Kurz, diese sauren Dünste er-'zeugen Krankheiten, die oft schlimmer sind, alsdas mercurialische Zittern. 3) Das Verflüchtigendes Quecksilbers, welches vor sich geht, wenn dasmit der Goldmischung überzogene Stück Bronzegeglühet wird, verursacht, bey vielen Arbeitern einconvulsivischos Zittern. Die Quecksilberdünste um-geben den Arbeiter gänzlich; ermufs sie daher na-türlich durch Mund, Nase und Haut einsaugen.