102 Krankheiten der Zinngiefser.
Krankheiten der Zinngiefser.
[Die Arbeiter, die das Zinn aus der Erde schaf-fen, die das Erz hcrausschraelzen und die es raf-finiren, sind nicht die einzigen, denen die Ausdün-stung dieses Metall es gefährlich wird. Auch denArbeitern in den Städten, die Schüsseln, Teller etc.daraus giefsen, so wie denen, die solche Geräth-schaften abziehen und poliren ist es oft höchstschädlich. Die Zinngiefser sind denselben Krank-heiten ausgesetzt, wie die Bleyarbeiter und Töpfer.]
Nach den Beobachtungen von Bayen undCharlard enthält das Zinn, wie es die Zinngie-fser verarbeiten, eine ganz kleine Quantität Arse-nik, Kupfer, Antimoniiun und Wilsmulh. Bleyist, nach der Angabe dieser Chemiker, in beträcht-licher Menge im Zinn enthalten. Die Zinngiefsersind daher beym Schmelzen ihres Metalles denBleydünsten ausgesetzt, Ettmüller *) erzählt fol-gende Zufälle von einem Zinngiefser: derselbewird nämlich einmal mitten in der Nacht durcheinen convulsivischen Husten geweckt, fühlt sichüberhaupt sehr unwohl und von einer heftigen Be-ängstigung geplagt. Er öffnet das Fenster um fri-sche Luft zu schöpfen, allein keine Linderung; soläuft er die ganze Nacht im Hause umher, bis esendlich Tag wird, wo alle Zufälle aufhörten. Ett-jnüller schreibt dies convulsivische Asthma denschädlichen Dünsten zu, die dieser Mann bey derArbeit eingesaugt hatte. —
Die Zinngiefser bekommen leicht Metallkolik,Asthma und Metall-Lähmung. Die Glocken undKanonengiefser sind denselben Uebeln ausge-„setzt. —
Die Kolik und die übrigen durch Metalldünsteerzeugten Krankheiten müssen eben so behandeltund durch dieselben Mittel curirt werden, wie sichunter dem Artikel: „Krankheiten der Tüncher“findet. —
*) Collcg, consultat., cas. 17. —