Krankheiten der Glasmacher.
103
Ramazzini empfiehlt, den Zinngiefsern denhäufigen Genufis der Milch, Emulsionen von Man-deln und von kühlenden Samen, den Gerstenlrankund die übrigen lindernden Mittel. Fourcroyräth ihnen, das Zinn linier einem geräumigenRauchlang zu schmelzen, einem Fenster oder derThüre gegenüber, und das Gesicht abzuwenden,wenn sic das Zinn in die Formen giel’sen. Weit'sicherer aber gelangen sie zu dem Zweck, die ausdem Zinn aulsleigenden Dünste unschädlich zu ma-chen, wenn sie Unter einem Rauchfang arbeiten,der mit einem Ziehofen nach der d’Arcet’schenMethode versehen ist.
Wenn man auch das Zinn nicht geradezu für einGift erklären kann, so ist es doch immer geralhen,saure, salzige und evweilsstofihaltige Nahrungsmit-tel, und Getränke nicht in zinnernen Geschirrenüber Nacht stehen zu lassen. —
Krankheiten der Glasmacher.
[Die Glasmacher scheinen mir unter allenHandwerkern am klügsten und vorsichtigsten zuW T erke zu gehen. Wenn sie sechs Monate imJahr, nämlich Winter und Frühling, gearbeitet ha-ben, so ruhen sie die übrige Zeit aus; sind sie et-wa vierzig Jahre alt, so verlassen sie ihr Hand-werk, geniefsen die übrigen Tage- ihres Lebens inRuhe, verzehren, was sic sich erworben hatten,oder ergreifen auch wohl eine andere Profession.Die Arbeit der Glasmacher ist wirklich so hart,dafs nur starke Leute und nur im Mannsalter sietaushaltcn können.] Ramazini’s Bemerkung istnur zum Theil richtig. In Frankreich arbeiten dieGlasmacher das ganze Jahr und verlassen ihrHandwerk nicht eher, als bis Mangel der erforder-lichen Kräfte oder Krankheit, sie dazu zwingt. *)
[Ich glaube nicht, dafs die geschmolzene Glas-masse den Glasmachern auf irgend eine Weise
*) Uten so fand ich cs in Deutschland, wenigstens aufden meisten Glashütten des Thüringer Waldgebirges. S,