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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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104 Krankheiten der Glasmacher.

schädlich seyn sollte; sie beklagen sich nicht dar-über und man bemerkt keinen unangenehmen oderimgesunden Geruch in den Glashütten. Die Krank-heiten, die sie bekommen, rühren von dem allzuheftigen Feuer *) her, dem sie ausgesetzt sind, undTon dem Bloy-Oxyd, dessen sie sich zum Färbendes Glases bedienen. Mitten im Winter sieht mansie, halb nackt, vor dem glühenden Ofen unab-lässig beschäftigt, gläserne Geflifse zu blasen. IhreAugen, stets auf das Feuer und die schmelzendeMasse gerichtet, sind roth, triefend und scheine^,von kleinerem Umfange als sonst. Der Dunst pei-nigt die Arbeiter fortwährend. Da sie aber durchdas Beyspiol einiger Glasmacher geschreckt wordensind, die, nachdem sie sich sehr erhitzt hatten,kaltes Wasser tranken und plötzlieh daran starben;so verfallen sie meistens auf..eine höchst nachthei-lige Ausschweifung; sie trinken nämlich unmäfsigviel Wein. —

Sie bekommen leicht Brustkrankheiten. Nurbedeckt mit einem einfachen Hemde, stehen siefortwährend die gröbste Hitze aus, schwitzen da-her oft stark, und bekommen durch Vcrkältungim Horausgchon aus der Glashütte häufig Seiten-stechen, Lungen - Katarrhe und Rheumatismen.]Die meisten Glasmacher -werden von der Austrock-nung durch die grofsc Hitze schwach, mager undsind fast immer in einem gleichsam fieberhaftenZustande. Die Arbeitei-, welche die Flaschen fila-sen, (indem sie nämlich, durch ein Rohr Luft indie geschmolzene Glasmasse einblasen, diese aus-dehnen und auf diese Art beliebig formen,) bekom-men, wenn sie diese Arbeit lange fortsetzen, her-abhängende runzlichto Wangen. **)

*) Dies Feuer ist so stark, dafs in Saint Gobin, wo dieSpiegelgläser gemaclit werden, in sechs und dreyfsig Stundenfünfzig Klaftern Holz in dem zum Schmelzen des Glases be-stimmten Ofen verbrannt wurdeu,

**) Nach meiner Erfahrung und Ansicht macht schon derUmstand „dafs die, welche in den Glashütten ar-beiten, des Nachts gar nicht, sondern nur bey'Tage schlafen etc, die Leute vor der Zeit alt und reibt