Krankheitender Arbeiter in den Salzwerken. 119
entscheiden sejn. Die Einwohner der Stadt Cer-via-leben nur so hinge da, als sie müssen,undverlassen, sobald sie können, einen so lebensgefähr-lichen Ort. Aus diesem Grundfe erlaubt der Pabstallen Schuldnern, die nicht zahlen können* nachCervia zu gehen, welches als eine Freystatt fürsie gilt und wo kein Gläubiger sie verfolgen .darf.Allein dies Vorrecht bringt ihnen wenig Heil ; sie 'zahlen ihre Schuld anstatt an Menschen, hier andie Natur. An keinem andern Ort, wo Salz ver- >fertigt wird, sind übrigens die Krankheiten derArbeiter so schrecklich oder so gefährlich,' als inCervia. In Venedig, dieser Königin des Adria-tischen Meeres, herrscht heller Himmel und reineLuft. Die Stadt ist, ungeachtet der Ausdünstun-gen des rings sie umgebenden •• Meeres, ungemeinstark bevölkert. Die zahlreichen Einwohner'die-ses Platzes, in welchem die Salzfabrikätion einenJlaupl - Erwerbzweig ausmacht, bekommen beyweitem nicht so bösartige Krankheiten, wie dievon Cervia; *) ,
Aller dieser Beobachtungen ungeachtet, bleibtcs höchst wahrscheinlich, dals die Verfertigung desSalzes gefährlich für die Gesundheit der Arbeiterist; dals diese sowohl durch die schädlichen Drin-•ste, als auch durch die harten Und anstrengendenArbeiten und Verrichtungen, die der Salzbau er-fordert, oft schweren Krankheiten ausgesetzt sind.Agricola bemerkt, dals die Arbeiter in den Salz-fabriken durch die entsetzliche Hitze in ihren
*) ln der Nähe von Salzburg sind die Salzwerke vonH-altein, Bercttesgaden, R ei chenhall, Trauen-ste i n und Roseahcim,
ln Hall ein sind drey Kessel zum Versierten derSoole; in izweyen wird Tag und 'Nacht gearbeitet. Der(bitte dient nur, wenn an einem der beyclen etwas auszubes-Jrern ist. Jeder Kessel liefert stündlich ein und fünfzigCentner- Salz. (Die jährliche' Ausbeute von Wieliczka,dem gröfsten aller Saiswerke, beträgt 700,000 Centner.)
Die Luft in dem Bergwerke ist gesund, auchwerden die Arbeiter oft alt, S.