120 Krankheiten der Steinbrecher,
Werkstätten gezwungen wären ganz nackt einherzu gehen und sich nur den Kopf mit einemStrohhute und die Schaamtheile mit einer Art Bin-de bedeckten.
An den Orten in Italien, wo mittelst am Mee-xesufer angebrachter Gräben das Salz bereitet wird,sehen die Einwohner ungesund aus. Ihr Körper scheintTon. den Dünsten des salzigen stehenden Wassersangesteckt. Kein Arzt schlägt in diesen Sitzen desElends seine Wohnung auf. Wenn die Arbeiternun von einer schweren Krankheit befallen wer-den, so sterben sie aus Mangel einer ordentlichenBehandlung oder bekommen abzehrende Krank-heiten, denen ihr Körper endlich unterliegt. DieAerzte, die zur Behandlung solcher Kranken her-beygerufen werden, müssen höchst vorsichtig mit.Aderlässen seyn. Der Blutverlust verursacht ihnenOhnmächten und macht das Uebcl schlimmer.Purganzen, guter Wem und aromatische Nahrungs-mittel scheinen bessere Wirkung zu thun.] *) —
Krankheiten der Steinbrecher.
Die Arbeiter in den Stein- und Marmorbrü-chen sind verschiedenen Krankheiten ausgesetzt:
*) lndefs man in Italien das Salzwasser durcli Sclilenfsenaus dem adriatischen oder andern Meeren in Gruben, wo man esaus einer in die andere führt, leitet, wodurch überall etwas stehenbleibt und sich mit siifsemWasser vermischt, wobey die daraus ent-stehenden Ausdünstungen fauligter und stinkender Art werden,somit der Gesundheit Schaden bringen müssen; haben dieSalzsieder in Deutschland nur durch den Wechselder gro'Csten Hitze und Kälte und Nässe zu leiden, indem sie»licht selten Tag und Nacht unablässig bey den Pfannen, inwelchen das Salz gesotten wird, stehen und daselbst, aufsegder heftigen Hitze, wie Ackermann in seiner Bearbeitungdes .Ramazzini’schen Werks bemerkt, noch die vielen wäfs-richten Dünste, die von der Pfanne aufsteigen, in sich schluk-ken müssen* Demohngeachtet erfreuen sich die meisten Sa-Jinenarbeiter einer sogar blühenden Gesundheit, wie das kraft-volle Volk wendischer Abkunft, die Halloren, beweisen,(S. Schulzens Untersuchung der Frage: oh Halleein gesunder Ort sey? Webers Auszüge Hall,med.Abh.Halle» 1788.) — Das einzige, was man in Halle in Schwabenbey den Salzsiedern mituuter antraf, sind: Aderbrüchean den Schenkeln, S,