gl 6 Krankheiten der Bäcker.
von den Sclaven anführt, hindert den Mehl-staub nicht, in die Luftorgane einzudringen; er-reicht also nicht seinen Zweck. Ich rathe diesenHandwerkern, sich oft das Gesicht mit lauemWasser zu waschen, sich den Mund mit Essig undWasser auszuspülen und sich damit zu gurgeln,Sauerhonig (Syrup von Essig und Honig) zu ge-brauchen, von Zeit zu Zeit eine Abführung oderein Brechmittel einzunehmen, wenn sie bemerken,dafs ihr Athem schwerer wird. Ich habe Bey-spiele gesehen, dafs Bäcker, die mit einem Fufsim Grabe standen, durch zeitige Anwendung die-,ser Mittel gerettet wurden'.]
Das Kneten und Formen des Teigs zu Brodenist eine nicht unbedeutende Anstrengung, wodurchoft die Herzorgane leiden. Das fortwährende Stehenbey der Arbeit verursacht Aderkröpfe und Ge-schwüre an den Beinen. [Ich habe oft gesehen,dafs ihre Hände ganz geschwollen waren; sie ha-ben dann viel Schmerzen in denselben. Ueber-haupt haben die Bäcker ungewöhnlichgrofse Hände, eine Erscheinung, die zum Theilvon dem Teige herrühren mag, den sie bearbeitenund dabey Theile von demselben durch die Hauteinsaugen, hauptsächlich aber mufs man es derfortwährenden Arbeit mit den Händen und Armenzuschreiben. Einen Bäcker kann man gleichan seinen Händen erkennen. —•
In den Gegenden diesseits und jenseits des Pobedienen sich die Bäcker eines dicken Brettes odereines dreyfüssigen Tisches, auf welchem ein lan-ges Stück Holz befestigt ist, das die Gestalt einesKegels hat und nach allen Seiten bewegt werdenkann. Mit diesem Instrument wird eine grofseMenge Teig durchgearbeitet, den sie hierauf nochmit den Armen und Knieen kneten. Eine Folgedieser Arbeit ist, dafs die Kniee heraustreten undkrumm werden, so. dafs diese Leute gewöhnlichhinken. Es giebt kein Mittel gegen diese Be-schwerde. —
Das Backen des Brodes selbst ist eben nichtsehr der Gesundheit gefährlich, und die Leute, die