Krankheiten, der Konditoren , 231
Arbeitern auf dreyerlcy Art: erstens durch denKohlendampf, Zweytens durch den Geruch der hei-fsen Messing-Pfanne, endlich drittens durch den Dunstdes Zuckers selbst. Die glühenden Kohlen ent-wickeln kohlensaures und Kohlenoxydgas; beydeGasarten verderben die Luft auf der Stelle undkönnen Ohnmächten und selbst den Tod veran-lassen, wenn man ihnen nicht einen Abzug, in diefreye Luft verschafft. Die Fälle der genanntenArt sind sehr zahlreich. Van Helmont*) hatein Beyspfel an sich selbst erlebt. Eines Tages ar-beitete er in einem kleinen Zimmer; Thüre updx Fenstey yvaren fest verschlossen; es war Winterund man hatte ein Becken mit glühenden Kohlenin seine Stube gestellt. Plötzlich fühlt er denDampf derselben, der ihn fast erstickt; er willfliehen, aber nur mit Mühe erreicht, er den Aus-gang seines Kabinets, wo er halbtodt nieder-sinkt. — ,
Da die Pfanne, worin die Früchte kandirt wer-den, von Messing ist, so ist sie eben so schädlichals Kupfer., (Messing besteht bekanntlich ausKupfer und Zink.) Wenn das Gefäfs heifs wird,verbreitet es einen scharfen Geruch, den die Ar-beiter dann einathmen müssen. Der geschmolzeneZucker, der auf die Kerne und Früchte herab-tropft, giebt einen dichten und stark reizendenDunst von sich. Alle diese Dämpfe zusammensind stark genug, um die gefährlichsten Zufälleam Gehirn, den Augen und der Brust zu erzeu-gen, an denen man auch so häufig die Konditoren,leiden sieht. — .
Um nicht unangenehmen Zufällen und Krank-heiten ausgesetzt zu seyn, sollten diese Leute 1) im-mer und so viel nur möglich, an grofsen ollenenPlätzen, arbeiten und daselbst für einen gehörigenLuftzug sorgen, um die schädlichen Dünste zu ent-fernen; 2) während der Arbeit einige Stunden aus-setzen, um frische Luft einzuathmen; 3) sich mitEssigwasser da's Gesicht waschen und den Mund
*) in jure diiiunvirntus.