Krankheiten der Lumpensammler. 249
der Zahn der Zeit zu Lumpen gemacht hat, dieman im Wasser aufweicht, faulen läfist und dannstampft, bis sie zu einem weichen Brey werden.Pie Alten wulsten’ nichts von dieser Kunst 5 sieschrieben auf Tafeln, die mit Wachs überzogenwaren, auf Pergament, oder auf die Blätter derPapierstaude, die man aus Aegypten brachte. DieLumpenhändler gehen nun in den Städten umher,sammeln oder kaufen fiir ein paar Pfennige alteLumpen, die sie, wenn ein beträchtlicher Haufenzusammengekommen ist, in die Papiermühlen ver-kaufen. Zu Hause suchen sie dann die Lumpenaus und sondern davon ab, was von Wolle oderSeide ist. Man kann sich keine Vorstellung ma-chen, welch’ einen abscheulichen Geruch dieseLappen verbreiten, welche aus abgelegten Kleidungs-stücken aller Arten, oft sogar aus Auzügen von Leichenund aus den schmutzigsten Sachen bestehen. DasAussuchen dieser Lumpen verursacht den Leuten,die sich damit beschäftigen, Husten, schweresAthcmholen, Schwindel und LTebelkeitcn. —]
In Paris sieht man die Lumpensammler aufden Strafsen beschäftigt, alte Lappen, Papier, Kno-chen, Leder, Wolle, Asche, Glas etc. zusammen-zusuchen. Es giebt sogar Leute, die des Nachtsdie Gräber auskratzen tun Nägel und andere der-
f lcichen Kostbarkeiten zu finden. Die niedrigste.lasse des Pöbels giebt sich mit solchen Dingen ab.Diese Leute sehen schmutzig und ganz zerlumptaus; sie sind voll von Ungeziefer; übrigens aus-schweifend und liederlich. Da sie oft unter undauf ihren eingesammelten Lumpen schlafen, so istes kein Wunder, dafs sie bald Krätze, bald bösar-tige Faulfieber tmd dergleichen bekommen. Soverworfen diese Menschenklasse ist, so ist sie dochfast unentbehrlich; denn ohne Lumpensammler be-kämen die Fabriken keine Lumpen und diesenutzbaren Stoffe gingen verloren.
Ramazzini räth, den Lumpenhändlern, wennsie krank werden, kräftige Mittel zu verordnen,wodurch der Krankheilsstoff, den sie einsaugen,ausgestofsen wird. Aufserdem empfehlen wir ih^