254 Krankheiten der Apotheker.
Zufälle und bewirkten endlich die vollkommeneHerstellung des Patienten. —
Der Graf von Ver ul am,*) macht die Bemer-kung, dals die Coloquinten, wenn sie zerstolsenwürden, einen Staub von sieh gäben, der demStöfser oft Kolik und Diarrhöe verursache. DieZubereitung der Altheesalbe veranlafst zuweilenEkel, und Erbrechen. Das Pulverisiren des Euphor-biums heilige Kolik, Nasenbluten, ja selbst Blut-speyen. Ramazzini kannte einen Apotheker, dermit derselben Hand, in der er eben frische Wurzel vomArum maculatum L. getragen hatte, seine Geni-talien berührte und davon eine so heftige Entzün-dung am Hodensacke bekam, dafs derselbe bran-dig wurde und eine starke Blutung erfolgte. —■Eourcroy wollte sich einst von der Schärfe die-ser Wurzel überzeugen. „Ich grub, sagt er, einesolche Wurzel eines Tages beym Botanisiren gehenaus. Um ihren Geschmack kennen zu lernen,brachte ich sie an den Mund uud zerbifs sic mitden Zähnen in zwey Stücke; in demselben Augen-blick glaubte ich eine glühende Kohle im Mundezu haben; eine harte weifse Geschwulst, die michentsetzlich brannte, bedeckte Zunge und Gaumen.Ich lief in das nächste Bauernhaus, welches ich er-reichen konnte und bat die Bewohner um Milch,welche für den Augenblick den Schmerz linderte.Ich liefs mir daraul welche in eine Flasche geben,die ich mitnahm und behielt immer eine Portiondavon im Munde, bis ich in die Stadt kam. DasUebel liefs gegen Abend nach; allein ich konntenoch mehrere Tage nur mit Mühe essen; der Mundblieb sehr emplindlich und schmerzhaft; erstauf den Gebrauch von Honigwasser, den ich fort-setzte, so lange ich noch etwas verspürte, gab sichdas Uebel gänzlich. Ich war auf eigne Unkostenklug, gemacht worden und nahm mir vor, keinescharfen Sachen mehr zu kosten, und deren Ef-fekt nicht an'meinen eignen Organen zu probiren.“
') Sylv. cent. 10.