25 8
Krankheiten der Apotheker.
wirkt. Ein junger Mensch legt eines Tages Bel-ladonna in seine Stube, um sie zu trocknen; amandern Morgen hatte er heiligen Schwindel. Leute,die schwache Nerven haben, bekommen Kopfwehvon dem Geruch der Lindenblüthe. Man hörtoft vondemDunstedesTaxuSjdesNufsbauras elc.dafs er grofsen Nachtheil bringen soll. l)ie hül-senartigen Bliithcn haben oftRaserey erzeugt.Es bedarf keines weiteren Beweises, dafs die Apo-theker vorsichtig auch mit den Pflanzen seyn müs-sen. Das Trocknen darf nur an geräumigen luf-tigen Plätzen geschehen, deren Decke die gehörigaHöhe hat, entfernt von der Officiri, vom Labora-torium und dem Schlafzimmer. —
Wenn Arzneycn gefertigt werden sollen, wel-che mit sehr scharfen Substanzen zusammengesetztwerden, deren Wirkung sehr stark ist, dann ha-ben die Apotheker ebenfalls LTrsache vorsichtig zuWerke zu gehen. Dahin gehören die abführendenHarze, die Purgirwinde (Skammonienharz), dieAloe, Gummigutt. etc. Einige Sachen sind soätzend, dafs, wo» man sie auf die Haut bringt, so-gleich Jucken und eine Art Ausschlag an der Stelleentsteht. Dabey mufs man sich natürlich wohlhüten, das Gesicht und die Augen mit den Händenzu berühren, wenn man dergleichen angefafst hat.Auf diese Art bekam ein Apothekerlehrling eineböse Augenkrankheit, weil er sich die Augen ge-rieben hatte, als er einen Teig von wilden Ro-s en *) durcharbcitele, um Rotrouische abführendePillen daraus zu machen. — Er bekam sogleichdie heftigsten Augenschmerzen und die Augen lie-ber geschwollen so, dals das Auge ganz zugedecktwar. Man wandte warme Bäder an, allein sie hal-fen nichts. Nach Verlauf von sechs Stunden ver-gieng das Uebel von selbst. —
Die Apotheker in den Hospitälern, die, bey dergrofsen Menge von Kranken, dem Einflüsse des daherrschenden Miasma’s ausgeselzt sind, können
*) Weinrose, Rosa 'gfanderia L.
S.