Krankheiten durch heftige Bewegung etc. 299
Soldaten u. s. w. Man könnte freylich auch indiesem Abschnitt viele von den Arbeitern .nennen,welche in der ersten Gasse vorkommpii, sofern sieeine sehr mühsame Beschäftigung habe»; allein beyjenen lag fast immer die Ursache des Ei'kran-keus in der Schädlichkeit der verarbeiteten Stoffeund nicht in der Körpcranstrengüng. Ueberhauptkann man als Regel annehmen, dafs die Leute,,.welche durch ihre Beschäftigung gezwungen sind,sich viele und; starke Bewegung zü rhachen, unge-.achtet manche eigentliiimliche Krankheiten daraus.entspringen,. dennoch sich besser befinden, als alleandere; ohne Zweifel eine vortheilhafte Wirkungder frischen Luft, in der- sie sich bewegen. —•Wenn Körperanstrengung die Gesundheit er-halten und befestigen soll, so mufs sie stets mitden vorhandenen Kräften im Verhältnifs stehen;übersteigt sie diese Kräfte, so untergräbt sie dieGesundheit und macht den Arbeiter vor der Zeit.alt. Ganz falsch ist ferner der von mehreren Schrift-stellern .behauptete Satz 1 , dafs die Leute, welchedie INoth dazu triebe, sehr schwere Arbeit zu ver-richten, eben so lange lebten, als der reichere, derohne Ausschweifung geniefst. Der Taglöhner istin der Regel mit sechzig Jahren schon sehr alt.und überlebt selten diesen Zeitpunkt. Man sieht.wenig Greise aus diesem Stande und solcher Bey-sfiele, wie die im Anfang dieses Buchs erwähntenZwey alten Bergleute, sind nur sehr wenige, —
Die Krankheiten, welchen die Taglöhner unddergleichen Leute, welche harte Arbeit verrichten,unterworfen sind, bes timmen sich nach dem Gradeihrer Anstrengung oder des uhverhälnifsmäfsigenKraftaufwandes. Sie bekommen häufjg Aneuris-.men im Herzen oder andern grofsen Gefäfsen,Blutstürze, Zerreifsen der Muskeln, Brüche, *)Steifigkeit und entzündliche Krankheiten, —
*) Man behauptet, dafs in England der vierte Tlieil der Ar-beiter mit Brüchen behaftet sey; in Deutschland der achte od<;rzehnte Theil. Das Hospital zu London, welches ausschliefslichfür Bruch-Kranke bestimmt ist, zahlte vom April, 1807 bis zum