Krankheiten derer, welche viel reiten. 307
heftiges Bliitliarnen halte, dafs er für lange Zeitseine gesunde Farbe und seine Kräfte verlor. —
IIippok rates sagt von den' Scythen, dafsman häufig Unfruchtbarkeit, und männliches Un-vermögen bey ihnen angelrofFen habe, welches dembeständigen Beiten zuzuschreiben sey und durchdas beständige Zusammenpressen und Quetschender Hoden entstehe, welche dadurch ihren Nah-rungsstoff und Zeugungsfuhigkeit verlören. Wennman heutzutage diese Wirkung nicht mehr wahr-nimmt, so mag dies darin seinen Grund ha-ben, dafs man jetzt nicht mehr auf dem blofsenPferde, sondern auf dem Sattel und mit Steigbü-geln reitet, während sonst die Beine am Pferdeohne Haltpunkt herab Mengen. Unsere Stall-meister haben in obiger Hinsicht nichtsmit den Scythen gemein; sie sind viel-mehr sehr geneigt für die Freuden derLiebe; ohne Zweifel eine Folge der Fric-tion des Mittelfleisches an dem Sattelund der gelinden Erschütterung, welchesich den Samensträngen mittheilt. Die-ser Ursache sind auch die Pollutionen beymBeiten zuzuschreiben, woran manche leiden undnatürlich dadurch sehr ’ entkräftet werden. Imfünften Bande der Prix de VAcademie de Chirur-gie ist ein Beyspiel von einem Postillion erzählt,welcher, um dieser Ursache willen, seinen Standaufgeben mulste; er hat sich wieder erholt undnoch Kinder gezeugt. —
Morgagni versichert,*) dafs er bey keiner'Classe von Menschen so häufig Aneurismen inder Aorta angetroffen habe, als bey Postillio-nen, Currieren, überhaupt bey Leuten, welchesehr viel zu Pferde sitzen. „Man darf sich, sagter, darüber gar nicht wundern; man bedenke nur,ungerechnet des öfteren Stürzens, der körperlichenAnstrengung, des Wechsels der Witterung, demsie beständig unterworfen sind etc., wie heftigdurch die anhaltende Bewegung des Beitens das
') clo Sert, et. cans, Morb. tp. XVII, avt, 18.
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