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Dienstags darauf hatte die wirkliche Ver-mählung in der Capelle des Schlosses statt.
I) ie Herren sämmtlich waren schwarz ge-kleidet und trugen kostbar verzierte Helme,Barette und Mützen; der Erzherzog kam auchdiessmal in silbernem Harnisch vom Kopf bis zuden Füssen. Margarethe nahm ihn liebend beider Hand und führte ihn zum Altar. Daraufholte sie die Braut, welche von den Gräfinnenvon Chimay und Wincester begleitet war. Ma-ria trug ein köstlich weisses Gewand von Da-mast, durch und durch mit Gold überstickt;über demselben ein Mäntelchen von demselbenZeuge, gefüttert mit Hermelin. Den Leib um-schloss ein Gürtel von Gold und mit den sel-tensten Edelsteinen besetzt, und von demsel-ben hing ein gleich reicher Beutel herunter.Ihr Haupt zierte die Krone von Burgund, wel-che in sich das Seltenste und Merkwürdigstean Juwelen und Steinen vereinigte, was derReichthum und der Luxus früherer Herzoge zu-sammengehäuft. Das kastanienbraune Haarhing in grossen Locken geringelt über denblendend weissen Nacken. Die Frau von Ra-venstein und eine natürliche Tochter HerzogPhilipps des Guten trugen die Schleppe ihresKleides. Die edelsten Damen und Verwandtendes Hauses bildeten das übrige Gefolge undgeleiteten sie bis in die Nähe des Altars. Mar-garethe und Maria hielten einander innig und