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jungfräuliches Herz, erbarmte sicli ihres un-schuldigen Blutes, und beschloss in seinerGnade die Wiederherstellung des gewaltthätigbeschimpften Thrones von Burgund. Weil je-doch dieser Fall in den Bereich der zeitlichenHerrschaft einschlägt, und er gerne menschli-chem Muthe einen Spielraum vergönnt, dariner durch ritterliche Thaten die ewige Seligkeitverdienen kann, so sandte er trotz dem, dasser seine Gerichtsbarkeit über Alles sich Vorbe-halten, die Bittstellerin an seinen weltlichenStellvertreter, den erhabenen und glorreichenKaiser Friedrich, allezeit Mehrer des Reichs.“„Kaum waren die Beschwerden und Bittender edlen Jungfrau in der kaiserlichen Audienzzur Kenntniss seiner triumphirenden Hoheit ge-kommen, als diese inniges Mitleid über dieSache und mit der Demuth seiner Magd empfand,und den Unterdrückten beizustehen sich raschentschloss. Und wie einst durch eine JungfrauMaria aus königlichem Geschlecht die Befreiungihres Volkes und des Menschengeschlechts her-vorging, also sollte auch jetzt durch das Bünd-niss einer andern Jungfrau Maria, ebenfalls ausköniglichem Gebliite, Errettung, Freiheit, Wie-derherstellung, Frieden und Ordnung den Bur-gundern zurückkehren.“
Der Chronist überlässt sich nach diesempathetischen Eingänge einer noch begeistertemAnrede, und vveiss vor Entzücken sich kaum