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von Cruykenbeck, als damalige Verweser derMarkgrafschaft, an der Spitze, fügten den Ban-ketten Geschenke von hohem Werthe bei. EineMenge verdächtigen Raubgesindels, das in die-sen Tagen der Stadt sich zu nähern gewagt,ward aufgefangen und abgethan.
Der Erzherzog war bald hierauf mit seinemLager nach Lens in Artois aufgebrochen. Hiervereitelte er mehrere heimliche Ränke Ludwigsund seiner Sendlinge. Einen Hauptmann, wel-cher im Interesse der Franzosen einen höchstverderblichen Anschlag ausgebrütet, bekam erin seine Gewalt, und liess ihn als Ausspähernach kriegsrechtlichem Spruche hängen, odervielmehr thaten es die Behörden zu Brügge,wohin man den Gefangenen gesandt *).
Bei dem Könige äusserte sich nach diesenWiderwärtigkeiten der Wunsch, durch trügeri-sche Friedensunterhandlungen Zeit zu stärkernRüstungen zu gewinnen. Maximilian selbst hatteihm dazu einen bequemen Anlass gegeben.
Bald nach beendigten Freudenfesten hattedieser nämlich dem Könige einen bittern Briefgeschrieben, worin besonders geklagt war: dassLudwig den Solothurner-Frieden so schmählichgebrochen, und einen Theil der Domänen undHerrschaften, die Madame Marie, seiner Gemah-lin, zugehörten, allem Recht und aller Billig-
*) Wonderl. Oorlogh. p. 25 u. s. w.