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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Ludwig war über solche Mittheilungen hocherfreut, und die guten Dienste der von ihm mitPensionen entlassenen Lords Howard und Hastingsschienen seine Sache auf das Beste gestellt zuhaben; als die neuen heftigen Berührungen, inwelche er mit der Herzogin-Wittwe von Bur-gund gerieth, derselben einen neuen gefähr-lichen Stoss versetzten.

Von dem Hasse seines Herzens getrieben, hatteer kurze Zeit zuvor das Witthum Margarethensvon York auf eine äusserst feindselige Art an-gegriffen und verwüstet, wie schon im Lebenderselben beschrieben worden, und dadurch dasunversöhnlichste Rachegefühl bei dieser ohne-hin ihm grollenden Prinzessin erregt. Ihr Bru-der von England, theils aus wirklicher Nei-gung zur geliebten Schwester, theils aus Furchtvor ihren fernem Vorwürfen, denen sein schwa-cher, von ihr oftmals beherrschter Geist sichnicht zu entziehen vermochte, that bei Ludwigdas Beste, um den Handel ins Reine zu brin-gen; allein dieser zog ihn, mittelst allge-meiner und nichtskostender Versprechungen, indie Länge, bis die, bereits früher angedeuteten,Zerwürfnisse im Innern des englischen Königs-hauses Eduard III. mehr zu seinen Gunstenstimmten, da auch Margarethe in die Affaireihres Lieblings, des Herzogs von Clarence, ver-wickelt schien, übrigens ohne die gefährlichenRückwirkungen zu theilen, denn bald trat sie