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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Ein gleiches Loos erfuhr Mortagne. Die Masseder französischen Heerbanden wälzte sich so-fort Quesnoi zu, während der Erzherzog in derRichtung von Valenciennes sich bewegte. DerGraf Dammartin schlug einen Angriff der Flä-lninger zurück, aber ohne Gewinn für ihn undohne Verlust für diese Letztem.

Es regte sich bei den beiden kriegführendenTheilen gegenseitig das Bedürfniss einiger Ruhe.Daher geschahen Anträge eines neuen Waffen-stillstandes. Am 6. Junius 1478 ward ein sol-cher auf acht Tage eingegangen, und der Herrvon Croy, Graf zu Chimay, spielte dabei dieRolle des vorzüglichsten Unterhändlers. Lud-wig wünschte den Stillstand auf längere Dauer,doch kam man blos für fünf fernere Tage über-ein. Vergehens waren die eifrigen Bemühun-gen Oliviers de la Marche; die Fläminger er-liethen des Königs Stimmung und Lage, undje mehr dieser einem entscheidenden Treffenausw'ich, desto mehr setzten jene sich in ach-tunggebietenden Stand. Sie überschritten denKanal de la Heule, stellten sich in völligerSchlachtordnung auf, und sendeten Herolde,eine Schlacht anzubieten.

Allein die Verfassung beider Heere litt keinegrossen Unternehmungen; es gebrach an Le-bensmitteln, welche von den ausgeplündertenoder erschöpften Städten nicht mehr in solcherMenge, als das Bedürfniss foderte, herbeige-