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Ein gleiches Loos erfuhr Mortagne. Die Masseder französischen Heerbanden wälzte sich so-fort Quesnoi zu, während der Erzherzog in derRichtung von Valenciennes sich bewegte. DerGraf Dammartin schlug einen Angriff der Flä-lninger zurück, aber ohne Gewinn für ihn undohne Verlust für diese Letztem.
Es regte sich bei den beiden kriegführendenTheilen gegenseitig das Bedürfniss einiger Ruhe.Daher geschahen Anträge eines neuen Waffen-stillstandes. Am 6. Junius 1478 ward ein sol-cher auf acht Tage eingegangen, und der Herrvon Croy, Graf zu Chimay, spielte dabei dieRolle des vorzüglichsten Unterhändlers. Lud-wig wünschte den Stillstand auf längere Dauer,doch kam man blos für fünf fernere Tage über-ein. Vergehens waren die eifrigen Bemühun-gen Oliviers de la Marche; die Fläminger er-liethen des Königs Stimmung und Lage, undje mehr dieser einem entscheidenden Treffenausw'ich, desto mehr setzten jene sich in ach-tunggebietenden Stand. Sie überschritten denKanal de la Heule, stellten sich in völligerSchlachtordnung auf, und sendeten Herolde,eine Schlacht anzubieten.
Allein die Verfassung beider Heere litt keinegrossen Unternehmungen; es gebrach an Le-bensmitteln, welche von den ausgeplündertenoder erschöpften Städten nicht mehr in solcherMenge, als das Bedürfniss foderte, herbeige-