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eher, den Prozess machen, durch einen Spruchdes Parlamentes von Grenoble das FürstenthuinOrange ihm abschätzen und der Dauphine eseinverleiben; den Prinzen selbst hing man imßildniss an Händen und Füssen auf, und zwarin allen Städten des Herzogthums Burgund;die faktische Ausführung an seiner Person selbstward dem Herrn von G'raon aufgetragen, wel-cher freilich dazu grössere Lust, als Gelegen-heit hatte.
Der Prinz, mehr ausgezeichnet durch dasgrosse Geräusch, welches diese Art von llachein Europa machte, als durch die Misshandlungseines Namens in der Meinung gebrandmarkt,suchte des Königs Hass seinerseits redlichst zuverdienen. Dieser Letztere ging so weit, dasser, auf die verdächtigen Aussagen eines Aben-teurers hin, Oranien sogar als Giftmischer hin-zustellen suchte, und durch das Parlamentneue Urtheile zu dem bereits erlassenen fällenliess. Diese Anschuldigung, welche mehr Lud-wig XI. selbst, als seinem Gegner, ähnlich sah,hatte im Publikum nicht die gewünschte Wir-kung; inan glaubte meistens alle Verbrechen,sobald sie auf des Königs eigene Rechnungkamen, und selten eins, sobald es gegen ihngerichtet war. Man hatte sich daran gewöhnt,dass er zu Meuchelmord und Giftmischung selbstoft auffoderte, blos um gegen diejenigen, Avelcheer verderben wollte, Stoff und Vorwand zu haben.