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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Der Bruder des Prinzen, Hugo von Chalons,Herr zu Chateau-Cujon, rückte mit starkenHaufen nunmehr vor Grey, um den Franzosenauch diesen letzten Ort noch zu entreissen. AberCraon, durch das Unglück weiser und kräftigergeworden, schlug die Stürme ab und tödtetedem Grafen über 1200 Mann. Die Frei-Bur-gunder eilten, für die Einbusse Ersatz zu neh-men, und fielen verwüstend in die GrafschaftCharolais ein; sie verbrannten St. Gengoul underoberten im Herzogthume Burgund mehrerefeste Plätze. Auf die Kunde hiervon erklärtesich jetzt auch die Partei der Maria entschie-dener in Dijon. Der Bürger Chretien Noot er-hob die Fahne des Aufstandes, tödtete den Prä-sidenten des neu eingesetzten Parlaments underfüllte die Stadt mit Mord und Verwirrung.Der Brandstoff theilte sich auch andern Städtenmit; schon hatten die Einwohner von Chalonsden Abfall beschlossen: da eilte Craon mitMacht herbei, verhinderte ihre und Toulon-geons Anschläge, und stellte mit Hülfe des bur-gundischen Adels, welcher in seinem Verratheund in seiner Abneigung gegen Maria beharr-lich sich zeigte, einigerinassen das Gleichge-wicht wieder her. Der Aufschwung des getreuenVolkes ward also hier durch die vereinigtenBemühungen des Feindes von Aussen und derWidersacher im Innern wieder unterdrückt.

In der Franche-Comte ging es nicht so