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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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leicht; hier wirkte Alles zusammen fiir die In-teressen der Maria, und der Hass gegen dieFranzosen wurde vorherrschend. Craon suchtedie Empörung durch verdoppelten Schrecken zuersticken. Von dem Gewinne Doles hing dasMeiste ab. Er leitete somit die Belagerung die-ser zweiten Hauptstadt der Grafschaft ein, undmehr als 14,000 Mann Kerntruppen, sowie eineäusserst zahlreiche Artillerie wurden dazu ver-wendet.

Der Herr von Toulongeon befehligte in Dolean der Spitze einer sehr geringen Besatzung;aber der Muth der Bürger ergänzte den Man-gel an numerischer Macht; alle Classen, dieStudirenden der Universität mit eingeschlossen,und diese voran, ergriffen die Waffen undschwuren, für die Sache der geliebten und ver-ehrten Maria bis zum Aeussersten zu stehen.Die Briefe Kaiser Friedrichs III., Avelcher indiesem Augenblicke mehr Trostworte und Ver-mahnungen als Geldsummen und Truppenschicken konnte oder wollte, steigerten die Ent-schlossenheit. Die Universität ging allen anBeharrlichkeit und Eifer voran; ihr Beispielgoss auch in das Herz der Frauen und Mädchendie Flammen der Begeisterung, und Craonsverachtungsvoller Spott vermehrte nur die Er-bitterung und schliff noch schärfer das Schwertdes Widerstandes. Mörderische Stürme wurdenheldenmiithig abgeschlagen und durch allgemeine

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