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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Ausfälle erwiedert, welche den Franzosen eineMenge ihrer besten Leute kosteten. Währendihre Väter, Söhne und Brüder in heisseinKampfe mit den Feinden sich massen, lagenJene grossherzigen Seelen auf den Kniecn inKirchen und Kapellen, oder bewachten die Zu-gänge, und sorgten für Stärkung und Erquickung.Triumphirend kehrten die Dolenser in ihreMauern zurück, und der unerbittliche Craonliess zum Abzug blasen. Jährliche Dankfeste,von den Frauen im verhängnissvollen Augen-blicke angelobt, verherrlichten die That derRettung; ruhmvolle Devisen, von Maria ver-liehen, verewigten das Andenken an dieselbe.

Gleich darauf schlugen die Vaudreys nochdie Trümmer der Belagerungsarmee, und derPrinz von Oranien einen Theil der Besatzungvon Grey. Da fiel endlich auch dieser Platzin die Hände der Erzherzoglichen; die Franzo-sen verliessen ihn in Flammen, die sie vorhernoch angeziindet; aber die Reiterei der Franche-Comtesen rächte ihren Ruin dadurch, dass siedie Mordbrenner in Stücke hieb.

Das Ansehen Craons hatte durch diese ge-häuften Unfälle bei dem erbitterten Könige be-deutend gelitten; vergebens strengte er die letz-ten Kräfte für Wiederherstellung des verlornenKriegsglücks an; selbst sein gelungener Ueber-fall Oraniens bei Gy, und sein erfolgloserSieg über Toulongeon (welcher bei diesem An-